Bericht: Noch rund zwei Dutzend Glocken mit Nazibezug in deutschen Kirchen

Sogenannte Hitlerglocke in rheinland-pfälzischem Herxheim

In etwa zwei Dutzend deutschen Kirchen hängen einem Medienbericht zufolge noch immer Glocken mit Bezug zum Nationalsozialismus. Mindestens 21 Exemplare hingen in evangelischen Gotteshäusern, zwei weitere in einer katholischen Kirche im hessischen Amöneburg, berichtete der "Spiegel" am Samstag unter Berufung auf eine eigene Umfrage in den evangelischen Landeskirchen und bei der katholischen Kirche.

Auf den Glocken fänden sich Hakenkreuze oder Inschriften, die auf Adolf Hitler oder Ereignisse wie den Anschluss des Saargebiets an das Deutsche Reich verwiesen, hieß es weiter. Einige seien bereits stillgelegt, abgehängt oder ersetzt worden, in manchen Fällen sei noch keine Entscheidung gefallen.

Es könne noch mehr solcher Funde geben, weil manche Landeskirchen nach eigenen Angaben keine oder nur unvollständige Erkenntnisse über Inschriften und Symbole im Turmgeläut hätten, schrieb der "Spiegel". Für Aufregung hatte zuletzt die umstrittene sogenannte Hitlerglocke im rheinland-pfälzischen Herxheim am Berg gesorgt.

Nach einem Beschluss des Gemeinderats bleibt die dortige Glocke aus dem Jahr 1934 mit der Inschrift "Alles fuer's Vaterland, Adolf Hitler" vorerst als "Mahnmal gegen Gewalt und zum Anstoß für Versöhnung" in der evangelischen Jakobskirche hängen. Sie soll laut Kirche aber nicht läuten.