Bericht: Loveparade-Veranstaltungsgelände war vor tödlichem Gedränge überlastet

Ursache der Loveparade-Katastrophe vor gut sieben Jahren könnte einem Zeitungsbericht zufolge eine lang anhaltende Kapazitätsüberschreitung auf dem Veranstaltungslände in Duisburg gewesen sein. Dies geht aus einem seit kurzem vorliegenden Gutachten hervor, wie die "Rheinische Post" vorab aus ihrer Freitagsausgabe berichtete. Darüber hinaus seien der Expertise zufolge die im Vorfeld geplanten Maßnahmen zur Verhinderung von Überfüllung ungeeignet gewesen.

Davon sei laut den vorläufigen Erkenntnissen die Hauptgefährdung für die Besucher ausgegangen, berichtete das Blatt unter Berufung auf das 2000 Seiten umfassende Gutachten des Sicherheitsexperten Jürgen Gerlach. Der Experte hatte im Auftrag der Staatsanwaltschaft untersucht, welche Fehler die Verantwortlichen bei der Planung und Genehmigung im Vorfeld der Duisburger Loveparade machten.

Für das Gutachten wurden dem Bericht zufolge tausende Aktenseiten und rund 300 Stunden Videomaterial gesichtet. Bei dem Technofestival in der Ruhrgebietsstadt waren am 24. Juli 2010 in einem Gedränge am Zugangsbereich des Veranstaltungsgeländes 21 Menschen getötet und mehr als 650 verletzt worden.

Der Strafprozess um das Unglück beginnt am 8. Dezember in einer eigens dafür angemieteten Messehalle in Düsseldorf. Vor der Strafkammer des Duisburger Landgerichts müssen sich sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Loveparade-Veranstalters verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor.