Bericht: Jamaika-Parteien erwägen höhere Steuersätze für Topverdiener

Der deutsche Staat kann laut einem Bericht des "Handelsblatts" auch in den nächsten Jahren mit deutlich höheren Steuereinnahmen planen. Die Steuerschätzer würden am Mittwoch ihre Prognose um rund 60 Milliarden Euro anheben

Union, FDP und Grüne erwägen laut einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatts" höhere Steuersätze für Bezieher sehr hoher Einkommen. Damit könnten Entlastungen für untere und mittlere Einkommen gegenfinanziert werden, berichtete das Blatt am Montag unter Berufung auf Teilnehmer der Jamaika-Sondierungsverhandlungen. Dabei geht es demnach um Bezieher von Einkommen oberhalb des bisherigen Grenzwerts für den Spitzensteuersatz von 54.000 Euro brutto im Jahr.

Dieser Grenzwert könnte dem Bericht zufolge angehoben werden. Im Gegenzug wird demnach diskutiert, die derzeitige Reichensteuer von insgesamt 45 Prozent früher greifen zu lassen als bei den bisherigen 250.000 Euro. Möglich sei sogar, einen neuen linearen Tarif zwischen den beiden Grenzwerten einzuziehen. Der Spitzensteuersatz beträgt derzeit 42 Prozent.

Mit Mehrbelastungen müssten Topverdiener allerdings trotzdem nicht rechnen, hieß es weiter im "Handelsblatt". Selbst bei einem etwas höheren Steuersatz würde dieser Effekt durch den geplanten Abbau des Solidaritätszuschlags ausgeglichen, von dem Gutverdiener besonders stark profitieren würden.

Die Sondierungsgespräche werden am Montagvormittag fortgesetzt. Geplant ist, dass die sechs Verhandlungsführer jeweils eine Stunde zu den Themen Kommunen, Klima, Bildung, Inneres und Familie beraten. Bei jedem Thema soll pro Partei noch ein Berichterstatter dazukommen. Am Donnerstag sollen die Sondierungen nach bisherigem Stand abgeschlossen werden.