Bericht: Immer mehr Leiharbeit in der Pflege

Im Pflegebereich wird offenbar immer häufiger auf Leiharbeitskräfte zurückgegriffen, um die Personallücken zu schließen. Im vergangenen Jahr waren bundesweit 10.181 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in der Gesundheits- und Krankenpflege, bei Rettungsdiensten und der Geburtshilfe tätig, wie aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Linken-Anfrage hervorgeht, über die die "Passauer Neue Presse" am Samstag berichtete. 2014 betrug die Zahl demnach 7374.

Im Bereich der Altenpflege wurden im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge mehr als 7500 Leiharbeitskräfte eingesetzt, drei Jahre zuvor waren es erst 5850 gewesen. Sie verdienen deutlich weniger als regulär Beschäftigte.

Bei Vollzeit lag der Bruttolohn regulär Beschäftigter in den Bereichen Pflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe Ende 2016 bei 3203 Euro monatlich. Bei Leiharbeitskräften waren es nur 2579 Euro, wie aus den Zahlen der Bundesarbeitsagentur weiter hervorgeht. 28,9 Prozent der Leiharbeitskräfte in Pflegeberufen lagen sogar unterhalb der bundeseinheitlichen Niedriglohnschwelle von 2088 Euro. Bei den Stammbeschäftigten waren es nur elf Prozent.

Besonders wenig wird dem Bericht zufolge in der Altenpflege verdient. Der Bruttomonatsverdienst für Vollzeitbeschäftigte lag Ende 2016 bei 2436 Euro. Leiharbeitskraft in Vollzeit erhielten im Durchschnitt nur 2131 Euro brutto im Monat. Fast die Hälfte von ihnen (47,8 Prozent) lag damit im Niedriglohnanteil.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, kritisierte den Trend zur Leiharbeit im Pflegebereich. Beschäftigte im Gesundheitswesen und der Pflege dürften ebenso wie alle anderen Arbeitnehmer "nicht als billige Arbeitskräfte zur Profitmaximierung von Leiharbeitsunternehmen herhalten", sagte sie der Zeitung. "Im Altenpflegebereich klagen die Arbeitgeber seit Jahren über einen Fachkräftemangel. Doch Fachkräfte bekommt man nur und bindet sie an sich, wenn man gute Arbeitsbedingungen bietet."