Bericht: Immer mehr Flugreisende kompensieren Emissionen über Portal Atmosfair

BGH prüft Ansprüche von Fluggästen

Die Zahl der Flugreisenden, die für den Ausgleich der von ihnen verursachten Klimaschäden spenden, wächst - allerdings auf niedrigem Niveau. Die Umweltorganisation Atmosfair erhielt vergangenes Jahr 7,9 Millionen Euro an Spenden, wie Gründer und Geschäftsführer Dietrich Brockhagen dem "Tagesspiegel" vom Mittwoch sagte. Im Vorjahr seien es noch 4,2 Millionen Euro gewesen. Mit den Spenden finanziert Atmosfair Klimaschutzprojekte.

Flugreisende können über das Portal Atmosfair so viel Geld spenden, wie rechnerisch nötig wäre, um die durch ihren Flug verursachten Kohlendioxid-Emissionen an anderer Stelle auszugleichen. Die Organisationen finanziert mit dem Geld dann unter anderem Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien in ärmeren Ländern.

Kunden in Deutschland kompensierten allerdings immer noch weniger als ein Prozent aller Flüge, sagte Brockhagen dem "Tagesspiegel". "Gemessen an dem Ziel einer Klimaerwärmung unter zwei Grad sind wir viel zu klein und wachsen viel zu langsam", sagte er. "Wenn jeder, der es sich leisten kann, seinen Flug kompensieren würde, dann könnten wir einen echten Unterschied machen."

Fliegen gilt als umweltschädlichste Form des Reisens. In Deutschland erreicht die Zahl der Flugreisenden jedes Jahr neue Rekorde. Vergangenes Jahr traten an den 24 größten deutschen Flughäfen insgesamt 117,6 Millionen Passagiere einen Flug an. Das waren laut Statistischem Bundesamt 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr.