Bericht: Hunderte Brauereien haben wegen Corona-Krise Biersteuer stunden lassen

·Lesedauer: 1 Min.
Bierfässerproduktion in München
Bierfässerproduktion in München

Hunderte deutsche Brauereien haben infolge der Corona-Krise die Stundung fälliger Biersteuer beantragt. Bis Ende September stellten 383 der über 1500 Brauereien in Deutschland einen entsprechenden Antrag bei ihrem Finanzamt, wie die "Augsburger Allgemeine" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine FDP-Anfrage berichtete. Demnach stundeten die Finanzbehörden den Brauereien insgesamt 79,1 Millionen Euro.

"Für viele der überwiegend familiengeführten und mittelständischen Brauereien in Deutschland ist die Situation mittlerweile existenzbedrohend", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauerbunds, Holger Eichele, der Zeitung. Der erneute Lockdown in der Gastronomie verschärfe die wirtschaftliche Lage: "Über Nacht kam der Fassbierabsatz völlig zum Erliegen. Niemand weiß, wie es jetzt weiter geht." Eichele betonte, dass Getränkelieferanten wie Brauereien und Großhändler bei den Bundeshilfen für die Gastronomie leer ausgingen.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Till Mansmann kritisierte, dass die momentane Regelung zur Steuerstundung dennoch zum Jahresende auszulaufen drohe. "Jetzt, weniger als zwei Monate vor Jahresende, wissen wir noch nicht, wie die Lage im Januar ist", sagte er der Zeitung. "Mitten im Lockdown brauchen die von der Pandemiekrise besonders betroffenen Brauereien mehr Planungssicherheit."

dwo/jm