Bericht: Fachleute bei Audi warnten schon 2013 vor Strafen wegen Abgasmanipulation

Beim Autobauer Audi haben Fachleute aus der Motorenentwicklung einem Medienbericht zufolge intern schon vor Jahren auf die Abgasmanipulationen in den USA hingewiesen und eindringlich vor Strafen gewarnt. "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR zitierten am Freitag aus einem Audi-Dokument vom 11. Oktober 2013: Das "Kernrisiko" bestehe in einer Aufdeckung der betreffenden Software bei Dieselfahrzeugen durch die US-Behörden. Das könne zu hohen Geldbußen führen.

Die Technikexperten schlugen vor, diese Software so schnell wie möglich umzustellen. Das geschah aber nicht. Stattdessen wurde weiter manipuliert, bis die US-Behörden zwei Jahre später die Gesetzesverstöße bei Volkswagen und der VW-Tochter Audi enthüllten. VW musste, auch für die Verstöße bei Audi, in den USA Strafen und Schadenersatz in Höhe von mehr als 20 Milliarden Dollar zahlen. Nach Erkenntnissen der US-Behörden hatte Audi das elfseitige Papier mit dem Titel "Risikoeinschätzung" an VW weitergereicht. Audi und VW äußerten sich gegenüber den Medien nicht zu dem Papier.

Die Audi-Motorenentwickler beschrieben darin eine in den Vereinigten Staaten verbotene Software, mit der die Abgasreinigung auf der Straße weitgehend abgeschaltet wurde. Die gesetzlichen Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickoxid wurden nur bei den offiziellen Messungen auf einem Prüfstand eingehalten. Beim kalifornischen Umweltamt CARB eingereichte Unterlagen seien "falsch oder nicht vollständig". Bei der US-Umweltbehörde EPA würden "im Extremfall die Emissionsanforderungen" nicht erfüllt.