Bericht: Expedia-Chef soll neuer Chef des Fahrdienstes Uber werden

Expedia-Chef Khosrowshahi geht zu Uber

Der Chef des Online-Reisebüros Expedia, Dara Khosrowshahi, soll einem Bericht zufolge neuer Chef des US-Fahrdienstanbieters Uber werden. Der 48-Jährige habe sich bei einer Sitzung des Verwaltungsrats am Wochenende als Favorit herauskristallisiert, berichtete die "New York Times" am Sonntag unter Berufung auf informierte Kreise. Eine Stellungnahme von Uber war zunächst nicht zu erhalten.

Verschiedenen Medienberichten zufolge galt zunächst die Chefin des IT-Konzerns Hewlett-Packard, Meg Whitman, als Favoritin. Die "New York Times" berichtete dann jedoch, am Sonntag habe sich das Blatt zugunsten des in Teheran geborenen Khosrowshahi gewendet.

Der ehemalige Chef des Mischkonzerns General Electric (GE), Jeff Immelt, zog am Sonntag seine Kandidatur für den Führungsposten zurück. Er habe beschlossen, keine Führungsposition bei Uber anzustreben, erklärte Immelt auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter, ohne nähere Gründe zu nennen.

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle, Immelt habe wegen "Chaos und Uneinigkeit zwischen verschiedenen Fraktionen im Verwaltungsrat" einen Rückzieher gemacht. Anderen Quellen zufolge habe der 61-jährige Immelt sein "Gesicht wahren" wollen, weil er nicht genügend Stimmen im Verwaltungsrat bekommen hätte, hieß es in der Zeitung weiter. Immelt hatte am 1. August nach 16 Jahren die Leitung von GE abgegeben.

Uber ist seit Juni ohne Chef. Damals war der umstrittene Gründer und Boss Travis Kalanick auf massiven Druck einflussreicher Investoren zurückgetreten.

Uber kämpft seit längerem mit Vorwürfen einer aggressiven und sexistischen Unternehmenskultur. Seit Jahresbeginn verlor der Fahrtenanbieter, der Taxiunternehmen weltweit ein Dorn im Auge ist, eine Reihe ranghoher Mitarbeiter. Außerdem liefen interne Ermittlungen und es gab Beschwerden von Mitarbeitern über Diskriminierung und Schikane am Arbeitsplatz bis hin zur sexuellen Belästigung.