Bericht: Deutsche rüsten sich zunehmend mit Schreckschuss- oder Gaswaffen aus

In Sachsen können künftig Waffenverbotszonen eingerichtet werden. Das Kabinett beschloss eine neue Verordnung zum Waffengesetz, die die Einrichtung solcher Zonen an Kriminalitätsschwerpunkten vorsieht

Immer mehr Menschen in Deutschland rüsten sich mit Schreckschuss- oder Gaswaffen aus. Im Waffenregister waren Ende Mai 523.923 gültige kleine Waffenscheine gespeichert, wie die "Ruhr Nachrichten" am Samstag unter Berufung auf eine Regierungsanfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Irene Mihalic berichteten. Im Januar 2016 waren es demnach noch 300.949 kleine Waffenscheine - das entspricht einem Plus von gut 74 Prozent binnen 16 Monaten.

Der kleine Waffenschein berechtigt zum Tragen von Schreckschuss-, Gas- und Signalwaffen. Wie aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf die Anfrage weiter hervorgeht, stieg auch die Zahl der registrierten Waffen und Waffenteile in Privatbesitz, nämlich um 22.587 auf 5,35 Millionen Ende Mai. Offiziell im Register gespeichert waren demnach 982.029 Menschen mit mindestens einer waffenrechtlichen Erlaubnis.

Der Anstieg der kleinen Waffenscheine sei "in höchstem Maße besorgniserregend", sagte Mihalic. "Dazu haben auch die Verunsicherungskampagnen beigetragen, mit denen einige Politiker auf Anschläge und Bedrohungen reagiert haben", so die Grünen-Politikerin. Die steigende Zahl von Waffen im Privatbesitz wirke sich negativ auf die öffentliche Sicherheit aus.

Mihalic warf der Bundesregierung vor, sie habe es auf Druck "der Waffenlobby unterlassen, das Waffenrecht effektiv zu verbessern". Das sei "angesichts der ohnehin angespannten Sicherheitslage ein großes sicherheitspolitisches Versäumnis", sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.