Beschwerden über Anlageberater von Banken deutlich zurückgegangen

Die Zahl der Beschwerden über Anlageberater der Banken bei der Finanzaufsichtsbehörde Bafin ist deutlich gesunken

Die Zahl der Beschwerden über Anlageberater der Banken und Sparkassen bei der Finanzaufsichtsbehörde Bafin ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Sie ging von 9720 im ersten Jahr nach Einführung des Beschwerderegisters 2013 fast kontinuierlich zurück auf 4353 im vergangenen Jahr, wie das Finanzministerium auf Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion mitteilte. Das Ministerium betonte, das Register sorge für einen "Disziplinierungseffekt" bei den Instituten und ihren Mitarbeitern.

Die Bundesregierung hatte das Beschwerderegister nach der Finanzkrise eingeführt, in deren Folge auch viele Kleinanleger Geld verloren hatten. Darin müssen Banken seit November 2012 sämtliche Mitarbeiter der Anlageberatung und des Vertriebs registrieren. Derzeit sind es laut Angaben des Finanzministeriums knapp 130.000. Gibt es Beschwerden von Kunden, muss die Bank das der Bafin melden.

Sanktionen sind aber die Ausnahme. Es gab laut Ministerium noch kein von der Bafin verhängtes Beratungsverbot - allerdings "betrauen die Institute selbst die Mitarbeiter nicht mehr mit einer anzeigepflichtigen Tätigkeit, wenn sie Kunden erheblich geschädigt haben", wie das Finanzministerium mitteilte.

Ein Institut hat die Bafin sechs Mal verwarnt, dazu zwei Anlageberater und sechs Vertriebsbeauftragte. Seit November 2012 wurden sechs Mal Geldbußen verhängt, sie beliefen sich auf insgesamt 138.000 Euro.

"Mit dem Beschwerderegister wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen", kritisierte daher der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler im "Handelsblatt". Er hatte die Angaben angefordert. Es gebe faktisch keinen Informationsgewinn der Bafin, aber "enorme Bürokratiekosten" für die Banken.

Das Finanzministerium verteidigte das Beschwerderegister. Damit gehe "nach Wahrnehmung der Bafin ein Disziplinierungseffekt bei den Wertpapierdienstleistungsunternehmen und ihren Mitarbeitern einher". Dies führe zur Sorgfalt und Einhaltung von Verhaltenspflichten.