Bericht: Apple treibt Chip-Entwicklung voran

Thaddeus Herrmann
Bericht: Apple treibt Chip-Entwicklung voran


Nikkei greift zum wiederholten Male die Geschichte auf, dass Apple großes Interesse daran habe, mehr eigene Chips zu entwickeln und beruft sich dabei auf Branchen-Kenner und Analysten. Immerhin steuert man auch ein paar O-Töne bei.

Neu ist diese Vermutung nicht. Die SoCs für iPhone und iPad werden schon seit Jahren sehr erfolgreich in Cupertino auf Basis der ARM-Architektur selbst entworfen, bei der aktuellen iPhone-Generation setzt man zudem auf erstmals auch auf eine eigene GPU. Dem Artikel fokussiere man bei Apple für die Zukunft auf Prozessoren für Notebooks, Modems für das iPhone und einen Chip, der die Integration eines Fingerabdrucksensors auf Displays ermöglichen soll. Genau die Art von Display also, die für das iPhone X zur Debatte stand.

Apple hat großes Interesse daran, sich weiter von Zulieferern unabhängig zu machen. Bei Notebooks und Desktops ist man auf die Entwicklung von Intel angewiesen. Kommt es dort zu Verzögerungen oder Lieferengpässen - was in den vergangenen Jahren immer wieder der Fall war – muss Apple neue Geräte mit älteren Prozessoren bestücken und dafür Kritik einstecken. Mit Qualcomm liegt man ohnehin im Clinch. Eigenentwicklungen würden für mehr Planungssicherheit sorgen.

Doch gerade was Chips für Notebooks angeht, wird Apple jedoch nicht ohne weiteres und vor allem zeitnah auf eigene Chips umsteigen können. macOS wird mit Sicherheit bereits für ARM-Prozessoren konvertiert sein und auf Proto-Hardware laufen, ein derartiger Umschwung will jedoch gut überlegt sein, auch in Hinblick auf die App-Entwickler und deren notwendiges Engagement.

Beim letzten Plattform-Wechsel – weg vom PowerPC hin zum Intel-Chip – war der Übergang zwar vergleichsweise glimpflich abgegangen, nicht zuletzt jedoch, weil Apple mit "Rosetta" einen Emulator für alte Programme auf neuer Hardware anbot und diesen Service erst nach einigen Jahren aus OS X wieder strich.

Nikkei