Bericht: 124 Millionen Menschen weltweit von Hunger bedroht

Wegen Konflikten und Dürreperioden ist die Zahl der akut von Hunger bedrohten Menschen Ende vergangenen Jahres weltweit auf 124 Millionen gesteigen. Dies geht aus einem Bericht von UNO und EU hervor. Besonders betroffen sei auch der Südsudan

Wegen kriegerischer Konflikte und Dürreperioden ist die Zahl der akut von Hunger bedrohten Menschen Ende vergangenen Jahres weltweit auf 124 Millionen gestiegen. Besonders im Nordosten Nigerias, in Somalia, im Jemen und im Südsudan habe die Bevölkerung 2017 unter Lebensmittelkrisen gelitten, heißt es in einem am Donnerstag von den Vereinten Nationen und der Europäischen Union vorgestellten Bericht.

Im Jahr 2016 hatten dem Vorgängerbericht zufolge 108 Millionen Menschen weltweit an Hunger gelitten. 2015 hatte die Zahl noch bei 80 Millionen gelegen.

In Afrika, dem Nahen Osten und Teilen Südasiens hätten Konflikte und Unsicherheit die ausreichende Versorgung der Menschen mit Nahrung gestört, heißt es in dem Report. Auch anhaltende Dürren im östlichen und südlichen Afrika, Überschwemmungen in Asien sowie Hurrikane in Lateinamerika und der Karibik hätten Hungerkrisen zur Folge gehabt.

Mit Blick auf das Jahr 2018 prognostizierte der Bericht, dass Konflikte und Unsicherheit weltweit die wichtigsten Gründe für Hunger bleiben werden. Am katastrophalsten sei weiterhin die Lage im Bürgerkriegsland Jemen - der Bericht warnte sogar vor einer Verschlechterung. Gründe dafür seien "der eingeschränkte Zugang, der wirtschatliche Kollaps und der Ausbruch von Krankheiten" im Jemen.

Von Hunger betroffen seien in diesem Jahr voraussichtlich auch Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, der Nordosten Nigerias und die Region um den Tschadsee in Afrika. Zudem warnte der Report vor Lebensmittelkrisen im Südsudan, Syrien, Jemen, Libyen, Mali und Niger. Die Dürre bedrohe auch weitere Regionen in Afrika, in denen die Menschen von der Viehzucht leben.

Angesichts des Berichts müsse die Bundesregierung "ihren Worten Taten folgen lassen", forderte Till Wahnbaeck, Vorsitzender der Welthungerhilfe, am Donnerstag in einer Stellungnahme. "Wir brauchen mehr Gelf für die ärmsten Länder sowie für die Bekämpfung des Klimawandels, um den Hunger langfristig besiegen zu können."