Berater: Riesen-Chance durch Fondssparpläne

Einer aktuellen Umfrage zufolge weiß nur eine Minderheit der deutschen Anleger, wie Fondssparpläne funktionieren. Und nur wenige nutzen sie. Allerdings glauben die meisten Anleger, dass man damit höhere Erträge erzielen kann als mit Tagesgeldkonten. Immerhin: Das Interesse an Fondssparplänen nimmt zu.

Wer allein auf die staatliche Rente verlässt, wird nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben vermutlich eine böse Überraschung erleben. Um zu verhindern, dass der Lebensstandard im Alter einbricht, müssen Arbeitnehmer zusätzlich zur Beitragszahlung in die staatliche Rentenkasse regelmäßig Geld zur Seite legen. Für Selbständige und Unternehmer gilt ohnehin schon immer das Gebot, privat vorzusorgen.

Die gute Nachricht: Den meisten Deutschen wissen das. Die schlechte Nachricht: Immer noch nutzen deutsche Anleger die falschen Instrumente. So ist die renditestärkste Form des Vermögensaufbaus, nämlich Fondssparpläne, zwar bekannt. Die Mehrheit der Deutschen hat schon einmal etwas darüber gehört oder gelesen, und gerade unter Renditeaspekten trauen die Anleger Fonds auch einiges zu. Allerdings wissen 59 Prozent der Anleger eigenen Angaben zufolge kaum etwas darüber, wie Fondssparpläne funktionieren und welche Vorteile und Risiken sie haben. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment erhoben hat.

Gestiegenes Interesse dank niedriger Zinsen

Glaubt man dem Umfrageergebnis, scheinen die Deutschen in jüngster Zeit immerhin häufiger von den Vorteilen des Fondssparens gehört zu haben. 84 Prozent der Befragten geben an, dass sie Fondssparpläne als Möglichkeit zum Vermögensaufbau kennen. Das sind acht Prozentpunkte mehr als noch vor fünf Jahren. Von denen, die Fondssparpläne kennen, wissen vier von fünf Befragten (81 Prozent), dass man mit Aktien und Aktienfonds höhere Erträge erzielen kann als mit einem Banksparplan oder einem Tagesgeldkonto. Ebenfalls bekannt ist, dass man die Sparbeträge in einen solchen Fondssparplan flexibel ändern kann: 86 Prozent wissen, dass die monatliche Rate jederzeit nach oben oder unten angepasst werden kann. Vor drei Jahren war das wesentlich weniger Sparern klar, nämlich nur gut der Hälfte (52 Prozent).

„Im derzeitigen Umfeld niedriger Zinsen ist das Interesse an Fonds als Sparplanprodukt durchaus gestiegen. Leider verhindert ein diffuses Wissen darüber, dass Fonds in noch größerer Breite als Instrument zur Wohlstandssicherung beitragen können“, kommentiert Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, die Ergebnisse. Relativ unbekannt ist zum Beispiel, dass Anleger in Wertpapiersparplänen bei Kapitalbedarf immer an ihr Geld kommen. 40 Prozent wissen dies nicht oder glauben sogar, dass Fondssparpläne eine feste Vertragslaufzeit haben.

Nur eine Minderheit spart mit Fonds

Die Angst vor dem unbekannten sorgt wohl auch dafür, dass nur 38 Prozent der Anleger in Erwägung ziehen, monatlich einen festen Betrag in Investmentfonds anzulegen. Allerdings: Der Trend ist positiv. Vor drei Jahren zeigte sich in einer vergleichbaren Umfrage nur jeder Vierte (25 Prozent) bereit, regelmäßig in Fonds zu investieren. „Die Zahlen zeigen, dass sich die Menschen mit ihrem Sparverhalten offen zeigen für Lösungen, die sie bis vor wenigen Jahren noch nicht kannten, aber inzwischen für zeitgemäß halten. Trotzdem sieht man, dass aus Kundensicht offensichtlich noch immer einiges erklärungsbedürftig ist. Es geht voran, aber es braucht noch Zeit und mit Blick auf den Wissensstand vor allem auch persönliche Beratung“, so Gay.

Niedrige Sparhürden sorgen für Belebung

Ein Argument gegen Fondssparpläne scheint inzwischen aus den Köpfen zu sein: das vermeintliche Vorurteil, dass Fondssparen nur etwas für Vermögende ist. Denn drei Viertel (74 Prozent) derjenigen, die schon einmal von Fondssparplänen gehört haben, wissen der Studie zufolge, dass sie bereits mit kleineren Beträgen ab 25 Euro regelmäßig sparen können.

„Dass die Menschen davon Kenntnis haben, ist schon ein riesiger Fortschritt“, so Giovanni Gay. Und die meisten könnten sich einen Sparplan durchaus leisten. 85 Prozent der Befragten geben an, dass es möglich ist, 50 Euro im Monat in einen Sparplan zu investieren. Viele Anleger sparen monatlich sogar deutlich höhere Summen: Nur fünf Prozent der befragten Haushalte legen weniger als 50 Euro im Monat zur Seite. Die größte Gruppe (38 Prozent) spart monatlich 100 bis 250 Euro. Elf Prozent können es sich sogar leisten, mehr als 500 Euro zu sparen.

Sparen, um zu sparen

Studien fördern zuweilen Erstaunliches zutage. So auch diese Umfrage: Die Deutschen sparen offensichtlich gerne – aber völlig ziellos. Die regelmäßigen Sparer unter den Befragten haben häufig kein konkretes Sparziel: Drei von vier Befragten (72 Prozent) geben an, dass sie ohne ein bestimmtes Vorhaben Geld beiseitelegen.

Nur eine kleine Minderheit von 28 Prozent spart mit einem genauen Ziel vor Augen. Wer mit einem Ziel spart, hat dabei vor allem die Altersvorsorge im Blick (63 Prozent). Es folgen Rücklagen für Notfälle (54 Prozent), größere Anschaffungen (49 Prozent) und mit etwas Abstand das Sparen für Kinder oder Enkel (41 Prozent) oder für die eigene Unabhängigkeit (40 Prozent).

Fazit: Das Umdenken in den Köpfen der deutschen Anleger hat begonnen. Immer mehr Anleger ahnen, dass Fonds langfristig höhere Renditen bringen können als Tagesgeld oder ein Banksparplan. Es wird aber hierzulande wohl noch eine Weile dauern, bis aus lausigen Sparern clevere Anleger werden.

(MvA)