Berühmte Raubzüge: Was schon alles aus dem Kölner Dom gestohlen wurde

Bei der Predigt am Sonntag beschwörte Kardinal Woelki die Einheit der Christen.

Im Juni vergangenen Jahres haben unbekannte Täter ein Tuch mit dem Blut von Papst Johannes Paul II. gestohlen. Die Reliquie war im Sockel einer Papstfigur eingelassen. Die Diebe hebelten die Glaskapsel mit dem Tuch aus der Figur und nahmen sie mit.

Dompropst Gerd Bachner reagierte geschockt. Auch unter Dieben habe es stets den Ehrenkodex „Den Dom bestiehlt man nicht“ gegeben, sagte er. Dieser Kodex wurde in der Geschichte des Kölner Doms jedoch mehrfach als lose Richtlinie denn als feste Regeln interpretiert.

Einbruch in die Schatzkammer

Am 3. November 1975 brachen zwei Täter in die Domschatzkammer ein. Sie erbeuteten Juwelen und liturgische Geräte im Wert von mehreren Millionen Mark.

Der Einbruch war akribisch geplant: Über die Nordwand des Domes kletterten die Diebe nachts mit einer Strickleiter über einen sechs Meter hohen Bauzaun, von dort auf ein Gerüst und erreichten schließlich über einen Lüftungsschacht die Schatzkammer. Dort schalteten sie die Alarmanlage aus und stopften die wertvolle Beute in einen Sack.

Beinahe wären die dreisten Diebe auf frischer Tat ertappt worden: Ein 71 Jahre alter Nachtwächter hatte etwas bemerkt, doch es dauerte fast eine halbe Stunde, bis die Polizei kam. Zeit genug, um zu flüchten.

Erst zwei Jahre später wurden die Täter gefasst: 1976 und 1977 bekamen die Beamten einen Tipp aus der Kölner Unterwelt. So kam die Polizei den Einbrecher und dem Kopf der Bande auf die Spur. Alle wurden zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

„Schäfers Nas“

Erst kam es abhanden, dann gelangte es auf mysteriöse Weise zurück in den Dom: Im Februar 1995 stahlen Diebe das Vortragekreuz aus der Domschatzkammer - es war das Lieblingskreuz von Joachim Kardinal Meisner.

Rotlichtlegende Heinrich Schäfer alias „Schäfers Nas“ gelang es, auf Bitten des damaligen Dompropstes Bernard Henrichs, das silberne Kreuz wiederzubeschaffen. Seine Kontakte zur Unterwelt sollen dabei eine maßgebliche Rolle gespielt haben.

Den Finderlohn von 3000 Mark lehnte er ab, stattdessen werden Fürbitten für ihn gelesen. Im Millowitsch-Theater gelangte die Geschichte schließlich auf die Bühne. Im Theaterstück „Der König vom Friesenplatz“ wurde der Diebstahl nachgespielt.

Diebstahl aus den Opferstöcken

Ein ehemaliger Domschweizer soll Geld aus den Opferstöcken gestohlen haben - diese Nachricht sorgte im Januar 2012 bundesweit für Aufsehen.

Der Dieb war ein bekannter Karnevalist, er soll zwischen Oktober 2011 und Januar 2012 insgesamt acht Mal Spenden aus den verschlossenen Boxen im Dom gestohlen haben. Weitere Taten konnten ihm nicht nachgewiesen werden. Nach eigener Aussage erbeutete er jeweils zwischen 30 und 60 Euro. Nachdem er schließlich erwischt wurde, verurteilte ihn das Kölner Amtsgericht zu einer Geldstrafe von insgesamt 1100 Euro. Von seinem Amt als Senatspräsident seiner Karnevalsgesellschaft musste er zurücktreten....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta