Berüchtigtes Ex-Gefängnis in Litauen soll Kultur- und Freizeitort werden

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Die Anlage des ehemaligen Lukiskes-Gefängnisses in Vilnius

Ein berüchtigtes ehemaliges Gefängnis in Litauen, das unter anderem von der Gestapo für die Inhaftierung von Juden verwendet worden war, soll saniert und zur Kultur- und Freizeitanlage umgewandelt werden. Der Komplex im Zentrum der Hauptstadt Vilnius solle in Zukunft öffentlich genutzt werden, teilten die litauischen Behörden jetzt mit. Sie suchen nach Geldgebern für das Projekt.

Das Gefängnis von Lukiskes wurde 1902 gebaut und im Laufe der Geschichte unter anderem vom zaristischen Russland, Nazi-Deutschland und der Sowjetunion genutzt. Die Gestapo sperrte dort Juden aus dem Ghetto von Vilnius ein. Auch politische Gefangene aus dem Zarenreich und der Sowjetzeit waren dort inhaftiert.

Das Gefängnis ist seit 2019 geschlossen. Die Anlage wurde zuletzt unter anderem als Drehort für die beim Streamingdienst Netflix laufende Science-Fiction-Serie "Stranger Things" genutzt. Nun sollen auf dem Gelände nach den Plänen der Behörden Museen, Veranstaltungsorte, Werkstätten und sogenannte Co-Working-Spaces entstehen. In den vergangenen Jahren wurden auf dem Gelände bereits Konzerte veranstaltet.

klr/dja