Beliebt & riskant: Container als Geldanlage

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Ganz ohne Risiko geht es nicht, wenn Anleger eine gute Rendite erwirtschaften wollen. Direktinvestments erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein Milliardenmarkt sind Container als Geldanlage. Finanztest hat fünf aktuelle Angebote untersucht.

Das internationale Logistikgeschäft ist ein milliardenschwerer Markt. Wer Geld anlegen will, kann mitverdienen. „Solide Kapitalanlagen“, „4 Prozent Rendite und mehr“, „kurze Laufzeiten“, „regelmäßige Auszahlungen“ – so die Werbeversprechen der Vermittler für Container-Investments.

Das Geschäftsmodell ist denkbar einfach: Anleger kaufen einen Container. Die gibt es in verschiedenen Größen und für unterschiedliche Zwecke. Entsprechend variabel sind Preise und Laufzeiten. Nach dem Kauf kümmern sich die Vertragspartner um die Vermietung der Container an Reedereien und bieten sogar an, die Container am Ende der Laufzeit zurückzukaufen.

„Abwerfen soll das etwa drei bis fünf Prozent pro Jahr. Über die Jahre haben Zehntausende Anleger Container-Anbietern Milliarden in dem lange völlig unregulierten Markt anvertraut“, wie Finanztest aktuell berichtet. Doch seit Jahresbeginn seien die Anbieter verpflichtet, Verkaufsprospekte nach festen Regeln herauszugeben. Das nahmen die Experten vom Verbrauchermagazin zum Anlass, erstmals alle aktuellen Angebote der drei Anbieter auf dem Markt zu untersuchen.

Nur ein Angebot bekam „Ausreichend“

Das Ergebnis ist enttäuschend. „Trotz Regulierung kam nur eines knapp über ein Mangelhaft hinaus. Fazit: Die Risiken im Verhältnis zu den Renditechancen sind zu hoch“, heißt es im Testbericht. Für den Prüfpunkt „Investitionsobjekt und Vermietung“ vergaben die Finanztester an alle fünf getesteten Direktinvestments nur ein „Ausreichend“. Einfluss nehmen können Anleger nicht auf die Vermarktung der gekauften Container, da Logistikunternehmen nicht mit kleinen Anbietern verhandeln. Sie seien abhängig von den Gesellschaften, deren Unternehmensverbund und Vertragspartnern.

Entsprechend wenig überzeugte die Tester auch der Ertrag im Hinblick auf das Risiko. Nur die Wechselkoffer vom Anbieter Solvium schnitten bei diesem Prüfpunkt mit „Ausreichend“ ab. Das Unternehmen sichert als einziges zu, die Container nur in der Euro-Zone einzusetzen. Bei allen anderen Anbietern, die international vermarkten, seien Kunden dem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Containergeschäfte werden international meist in US-Dollar abgewickelt. Ausreichende Währungsabsicherungen seien aber nicht erkennbar gewesen.

Magere Angaben zur wirtschaftlichen Lage

Zudem sei es für Anleger entscheidend, ob ihre Vertragspartner die Mieten und Rückkaufpreise zahlen können. Deshalb sind Angaben zur finanziellen Lage Pflicht. Doch auch hier zeigten sich die Gesellschaften eher zugeknöpft. „Die Angaben zu deren wirtschaftlicher Lage waren bei Buss und Solvium so mager, dass Anleger sie nicht beurteilen können“, so die Experten. Auch bei den anderen Unternehmen seien diesbezüglich wichtige Fragen offen geblieben.

Dabei sei das finanzielle Risiko nicht nur Theorie. Finanztest verweist auf den Verbund von Buss, mit dem Anleger für Offshore-Container zur Versorgung von Ölplattformen schon erhebliche Einbußen hätten hinnehmen müssen. Der Anbieter Mangelan habe sogar Insolvenz anmelden müssen.

Nach der Untersuchung rät Finanztest grundsätzlich davon ab, in Container zu investieren. Wer dennoch investieren wolle, solle wegen des hohen Risikos besser nur kleine Teile seines Vermögens investieren und sich vor dem Investment genau informieren: „Lesen Sie mindestens das Vermögensanlagen-Informationsblatt, besser noch den Verkaufsprospekt. Beachten Sie vor allem die Beschreibung der Risiken und die Information zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens, das Mieten, Leasingraten oder Rückkaufpreise zahlen soll.“

Den vollständigen Testbericht von Finanztest zum Thema „Direktinvestment“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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