Belfodil und Alu-Glück: Werder feiert Sieg gegen Hoffenheim

Ishak Belfodil erzielte den einzigen Treffer im Spiel gegen Hoffenheim

Langersehntes Erfolgserlebnis für Werder Bremen, kurze Atempause für Trainer Alexander Nouri: Die in der Bundesliga noch sieglosen Norddeutschen zogen mit einem überraschenden 1:0 (1:0)-Erfolg gegen TSG Hoffenheim im DFB-Pokal ins Achtelfinale ein, der Tabellen-17. stoppte damit vorläufig seine sportlicheTalfahrt.

Für den Treffer des Tages sorgte nach exakt einer halben Stunde Ishak Belfodil. Der bislang an der Weser glücklose Torjäger drückte den Ball aus zwei Metern Entfernung über die Torlinie. Der Stürmer verlängerte damit die Pokal-Erfolgsserie der Grün-Weißen vor eigenem Publikum auf nunmehr 36 Partien in Serie seit 1988 ohne Niederlage.

Mit dieser Niederlage ist Europa-League-Teilnehmer Hoffenheim in eine kleine sportliche Krise geschlittert. Auch in der Bundesliga konnte das Team von Coach Julian Nagelsmann zuletzt dreimal in Folge nicht gewinnen.

"Wir sind total unverdient ausgeschieden. In der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, in der zweiten Halbzeit haben wir phasenweise sogar sehr gut gespielt. Werder hat sich so defensiv verhalten, wie wir es erwartet hatten", so der Hoffenheim-Trainer.

"Dieser Sieg wird uns einen Schub geben. Man hat von der ersten Minute an gesehen, dass die Mannschaft den Willen zum Erfolg hatte", sagte Werders Zlatko Junuzovic.

Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen zeigte sich enttäuscht: "Wir haben es mit spielerischen Mitteln versucht und werden diesen Weg auch in Zukunft weitergehen. Werder hat ordentlich gekämpft, aber das darf eigentlich nicht genug sein, um dieses Spiel zu gewinnen."


Bei beiden Mannschaften hatten die Trainer gleich mehrfach rotiert, Nagelsmann setzte sogar seinen Stammtorhüter Oliver Baumann auf die Reservebank. So war es folgerichtig, dass in der Anfangsphase kaum ein vernünftiger Spielfluss aufkam.

Werder im Alu-Glück

Nach einer knappen Viertelstunde jedoch mündete die taktische und spielerische Überlegenheit der Gäste in deutliche Feldvorteile. Allerdings riegelten die Hanseaten ihren Strafraum gut ab und ließen nur eine Torchance durch Kerem Demirbay zu, der in der 26. Minute am reaktionsschnellen Werder-Torwart Jiri Pavlenka scheiterte.

60 Sekunden zuvor verfehlte ein Kopfball von Thomas Delaney vor 31.210 Zuschauern im Weserstadion nur knapp das Hoffenheimer Tor, schon in der sechsten Minute zielte Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic am linken Torpfosten vorbei.

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Ein wuchtiger Freistoß von Andrej Kramaric an die Querlatte des Bremer Tores (52.) leitete einen offensiv geprägten Start des Bundesliga-Vierten in die zweite Halbzeit ein. Doch in der Folgezeit ging dieser Schwung wieder verloren, ehe die Platzherren in der Schlussphase erneut in Bedrängnis gerieten.

Um die Abwehr des sechsmaligen Pokalsiegers zu entlasten und für Gegendruck zu sorgen, wechselte Nouri nach exakt einer Stunde den nach einem Schlüsselbeinbruch wieder genesenen Max Kruse ein. Der Nationalspieler ersetzte Belfodil, der am Ende seiner Kräfte war.

Kurz vor Schluss traf auch noch Benjamin Hübner die Querlatte des Werder-Tores.

"Wir haben mit viel Aufwand wenig zugelassen. Insgesamt war es eine überzeugende Mannschaftsleistung. Ich sehe unseren Sieg als verdient an", resümierte Nouri.