Belastung: Brunnen geplant

. Der Kalscheurer Weiher wird immer noch kostspielig mit Trinkwasser gespeist. Doch das soll sich ändern, wie die Stadtverwaltung ankündigt. Die Grünen in der Bezirksvertretung Rodenkirchen hatten sich nach der Frischwasserzufuhr erkundigt. Aus der Antwort, die zur Sitzung am kommenden Montag vorliegt, geht hervor, dass ein Grundwasserbrunnen geplant wird, der 2018 installiert werden soll.

2015 und 2016 wurden anderer Weiher in der Stadt nach und nach mit solchen Brunnen versehen. Am Kalscheurer Weiher war das bislang nicht möglich. Das Grundwasser in der Umgebung war mit perflourierten Tensiden (PFT) belastet, ein industriell hergestellter Stoff, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Er stammt aus dem Löschschaum der Werksfeuerwehr des Unternehmens Lyondel Basell und wurde bei Übungen bis 2004 auf dem Gelände des Unternehmens in Wesseling eingesetzt. Der Stoff verbreitete sich im Grundwasser und war der Grund, warum der Kalscheurer Weiher bislang nicht auf diese Weise gespeist werden konnte.

Das hat sich nun geändert. Eine erhöhte PFT-Belastung sei nicht mehr vorhanden, teilt das Grünflächenamt den Bezirkspolitikern mit. Eine Genehmigung des Umweltamtes stehe zwar noch aus, aber sobald diese erteilt sei, stünde einem Grundwasserbrunnen nichts mehr im Wege. Die Grünen wollten außerdem wissen, wie viel Geld die Stadt spare, wenn nicht mehr Unmengen Trinkwasser in den Weiher gepumpt würden. In der Antwort rechnen die städtischen Mitarbeiter vor, wie sich die Investition bezahlt machen könnte. Zwischen 40 000 und 100 000 Kubikmeter Wasser habe die Speisung in den vergangenen Jahren verbraucht - mit durchschnittlichen Kosten von 100 000 Euro im Jahr.

Kosten von knapp 500 000 Euro

Der Grundwasserbrunnen samt Stromanschluss könnte nach erster grober Schätzung ein knappe halbe Million Euro kosten, sodass sich die Anlage nach fünf Jahren bereits gelohnt hätte. Die Stadtentwässerungsbetriebe werden für die Arbeiten verantwortlich sein.

Die notwendige, neue Stromleitung von der Kreuzung Brühler Landstraße und Militärring bis zum Weiher wird wohl 1,2 Kilometer lang sein und in etwa die Hälfte der Kosten ausmachen. Der Kiosk am Kalscheurer Weiher, der von einer ehrenamtlichen Initiative betreut wird, könnte mit geringem Aufwand ebenfalls an die Leitung angeschlossen werden.

Die zusätzlichen Kosten dafür liegen laut Grünflächenamt in der Größenordnung von 20 000 Euro. Bislang behalfen sich die Ehrenamtlichen mit Solarzellen und Generatoren, um den Kiosk mit Bootsverleih zu elektrifizieren. Vielleicht reicht dafür im nächsten Frühjahr der Griff zum Hauptschalter....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta