Belarus-Krise: Kaczynski gegen Engagement 'über unsere Köpfe hinweg'

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WARSCHAU(dpa-AFX) - Polens Vize-Regierungschef Jaroslaw Kaczynski hat sich skeptisch über das internationale Engagement in der Krise um die Migranten an der belarussisch-polnischen Grenze geäußert. "Man muss bedenken, dass eine Internationalisierung sicher nötig ist, aber nicht so, dass man über unsere Köpfe hinweg redet, und solche Vorschläge werden gemacht", sagte der Chef der nationalkonservativen Regierungspartei PiS am Dienstag dem öffentlich-rechtlichen polnischen Radio. Sollten die internationalen Bemühungen fehlschlagen, müsse Polen mit einer Vertiefung der Krise und "noch größerer Dreistigkeit unserer Gegner" rechnen, sagte Kaczynski weiter.

Am Montagabend hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angesichts der Not von mehreren tausend Migranten an der Grenze mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko telefoniert. Nach einem Bericht des belarussischen Staatsfernsehens dauerte das Gespräch etwa 50 Minuten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron führte ein langes Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin über die Rolle, die Russland bei einer Lösung des Konflikts spielen könnte.

Etwa zur gleichen Zeit meldete sich Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki per Twitter zu Wort: Er verwies auf ein "außergewöhnliches Fußballspiel" der polnischen Nationalmannschaft gegen Ungarn bei der WM-Qualifikation.

An Polens Grenze zu Belarus harren auf der belarussischen Seite seit mehreren Tagen Tausende Migranten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in provisorischen Camps im Wald aus. Lukaschenko wird beschuldigt, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen.

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