IS-Bekenntnis: Londoner Attentäter (28) "Krieger des Islamischen Staates"

Die Miliz Islamischer Staat hat die Messerattacke in London über eines ihrer Spachrohre für sich beansprucht. Der Täter sei ein Krieger des Islamischen Staates gewesen, hieß es. Der von der Polizei erschossene Attentäter Usman Khan hatte am Freitag an der London Bridge eine Frau und einen Mann erstochen. Drei weitere Passanten wurden verletzt.

Der als Terrorist verurteilte 28-Jährige war vor rund einem Jahr vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Über diese in Großbritannien nicht unübliche Praxis entbrannte nach der Bluttat eine Debatte. Einer der Wortführer: Premierminister Boris Johnson.

Er sagte in der Nähe des Tatorts: " Für uns als Gesellschaft ergibt es keinen Sinn, Terroristen, verurteilt wegen schwerer Gewalttaten, vorzeitig auf freien Fuß zu setzen. Wir meinen, dass sie ihre Strafe entsprechend des Urteils absitzen müssen. "

"Routinemäßige" Entlassung?

Britische Medien beschrieben die vorzeitige Entlassung Usman Khans als routinemäßig. Die zuständige Kommission erklärte jedoch, nicht an der Entscheidung beteiligt gewesen zu sein.

Auch die Queen äußerte sich in einer seltenen schriftlichen Mitteilung: Prinz Philip und sie seien traurig über die Terrorattacken an der London Bridge. Ihre Gedanken, Gebete und ihr tiefstes Mitgefühl seien bei all denen, die durch die entsetzliche Gewalt geliebte Menschen verloren haben. Ihr nachhaltiger Dank gelte den Einsatzkräften und den tapferen Menschen, die selbstlos ihr Leben aufs Spiel gsetzt hätten, um anderen zu helfen und sie zu beschützen.

Mörder auf Freigang als Retter

Einer der mutigen Passanten soll laut britischen Medien ein verurteilter Mörder auf Freigang gewesen sein.

Usman Khan hatte offenbar einen Anschlag auf die Londoner Börse geplant, bevor er im Jahr 2012 zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde. Er soll eine elektronische Fußfessel getragen haben.Von Mittätern geht Scotland Yard nicht aus. In Zusammenhang mit der Attacke wurden zwei Wohnungen in der Grafschaft Staffordshire und in Stoke-on-Trent durchsucht.