Bekannter TV-Moderator in den USA wegen Belästigungsvorwürfen freigestellt

Nach einer Reihe von Belästigungsvorwürfen ist der lange einflussreiche Fernsehmoderator und Journalist Charlie Rose endgültig entlassen worden

Die Belästigungsvorwürfe in der US-Unterhaltungsindustrie und den Medien reißen nicht ab: Am Montag wurde der renommierte Fernsehmoderator und Journalist Charlie Rose wegen mutmaßlicher Übergriffe suspendiert. Laut einem Bericht der Zeitung "Washington Post" erhoben mindestens acht Frauen Anschuldigungen gegen den heute 75-Jährigen. Demnach belästigte der Moderator mehrere Mitarbeiterinnen mit anzüglichen Telefonanrufen und unangemessenen Berührungen oder entblößte sich unaufgefordert vor ihnen. Die Sender PBS und CBS stellten Rose nach Bekanntwerden der Vorfälle frei.

Für den US-Fernsehsender CBS moderierte Rose bislang das Morgenmagazin "CBS This Morning" und arbeitete als Korrespondent für dessen Nachrichtensendung "60 Minutes". "Diese Anschuldigungen sind extrem verstörend und wir nehmen sie sehr ernst", hieß es in einer Mitteilung des Senders. Rose sei mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Auch der öffentlich-rechtliche Sender PBS reagierte auf die Vorwürfe und stellte die "Charlie Rose"-Show ein.

Der TV-Moderator nahm beim Kurzbotschaftendienst Twitter Stellung zu den Anschuldigungen seiner Mitarbeiterinnen und entschuldigte sich für sein Fehlverhalten. "Ich habe mich manchmal taktlos verhalten und ich übernehme die Verantwortung dafür", twitterte er. "Allerdings glaube ich nicht, dass alle dieser Anschuldigungen zutreffen", fügte er hinzu.

Kurz zuvor hatte die Zeitung "New York Times" die Suspendierung eines ihrer Korrespondenten im Weißen Haus wegen Belästigungsvorwürfen bekannt gegeben. In seiner vorigen Anstellung bei der Zeitung "Politico" habe sich der Journalist Glenn Thrush unangemessen gegenüber jungen Frauen verhalten. Die "New York Times" reagierte damit auf zuvor veröffentlichte Berichte auf der Internetseite des Senders "Vox".

Das mutmaßliche Verhalten von Thrush sei "sehr beunruhigend" und entspreche nicht den "Standards und Werten der 'New York Times'", ließ die Zeitung verlautbaren. Thrush war einer von sechs Vollzeit-Reportern der Zeitung im Weißen Haus und schreibt derzeit mit seiner Kollegin Maggie Haberman an einem Buch über US-Präsident Donald Trump. Die Vorwürfe würden "umfassend" untersucht, solange sei Thrush freigestellt.

Anfang Oktober hatte der Belästigungsskandal um den vormals einflussreichen Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein eine Welle von Enthüllungen über sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungsvorwürfen gegen Prominente ausgelöst. Seitdem wird die US-Unterhaltungsindustrie fast täglich von neuen Anschuldigungen erschüttert.