Bekannter Aborigine-Sänger Gurrumul mit 46 Jahren gestorben

Der weltweit bekannte Aborigine-Sänger Geoffrey Gurrumul Yunupingu ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Der Musiker sei nach "langem Kampf gegen die Krankheit" im Royal Darwin-Krankenhaus verstorben, teilte seine Plattenfirma mit

Der weltweit bekannte australische Aborigine-Sänger Geoffrey Gurrumul Yunupingu ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Der Musiker sei nach "langem Kampf gegen die Krankheit" im Royal Darwin-Krankenhaus gestorben, teilte seine Plattenfirma Skinnyfish Music Australia am Mittwoch mit. Der blinde Sänger verkaufte mehr als eine halbe Million Alben weltweit und arbeitete mit zahlreichen Stars wie Quincy Jones, Elton John und Sting zusammen.

Der extrem scheue Star gab nie Interviews und sang im Gumatj-Dialekt, den nur etwa 3000 Menschen sprechen - seinem Erfolg tat das keinen Abbruch. Der Musiker stammte aus dem Galiwin'ku-Clan auf der Insel Elcho vor der Nordküste Australiens. Er soll sich als Kind mit Hepatitis B infiziert und seitdem schwere Gesundheitsprobleme mit Leber und Nieren gehabt haben.

Gurrumuls früher Tod erinnere daran, dass etwas gegen die niedrige Lebenserwartung der Ureinwohner Australiens getan werden müsse, mahnte die Grünen-Senatorin Sarah Hanson-Young im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ein Freund des Verstorbenen, Vaughan Williams, sagte dem Sender ABC, Gurrumul sei "in demselben Teufelskreis schlechter Gesundheit" gefangen gewesen wie so viele andere Ureinwohner.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull würdigte Gurrumul auf Twitter als "außergewöhnlichen Australier", der die Sprache des Aborigine-Stamms der Yolngu durch die Musik mit der ganzen Welt geteilt habe. Der Frontmann der Band Midnight Oil, Peter Garrett, nannte Gurrumul einen "wahrhaft großartigen Musiker", der zu früh gestorben sei.

Die Aborigines, deren Geschichte mehr als 40.000 Jahre zurückreicht, gelten als die älteste fortbestehende Kultur der Welt. Heute gibt es noch etwa 670.000 Ureinwohner in Australien, wo insgesamt 24 Millionen Menschen leben.

Die Aborigines leiden unter vielfachen Benachteiligungen. Neben einer deutlich höheren Arbeitslosigkeit als im Landesdurchschnitt gibt es auch viel mehr Krankheiten in ihrer Bevölkerungsgruppe, zudem ist die Lebenserwartung niedriger.

In der Zeitspanne von 2010 bis 2012 lag die Lebenserwartung nach offiziellen Angaben bei 79,7 Jahren bei den Männern der nicht indigenen Bevölkerung und bei rund 69 Jahren bei den Aborigines. Nicht indigene Frauen wurden demnach rund 83 Jahre alt, Aborigines-Frauen nur durchschnittlich 73,7 Jahre.