So bekämpfen Sie den Herbstblues

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Der letzte Augusttag war da, was bedeutet, dass der Sommer beinahe vorbei ist *schnief*. Und damit schwindet langsam auch unsere Begeisterung für die (rein theoretisch) sonnigste Zeit des Jahres. Die Grillfeiern werden weniger, Sie kaufen Schulsachen anstatt Bikinis und der Countdown bis Weihnachten beginnt. Uff!

Doch der beginnende Wechsel von warmen Sommernächten auf Winterschlaf kann mit unseren Emotionen ziemliches Chaos anrichten und einige Experten bemerken um diese Jahreszeit sogar einen Anstieg von Angstgefühlen. Aber warum fühlen wir uns Ende August so niedergeschlagen?

„Depression und Angstgefühle sind häufige psychische Probleme, die jederzeit auftreten können. Doch einige von uns bemerken zu dieser Jahreszeitung ein Stimmungstief“, erklärt Stephen Buckley, Leiter der Informationsabteilung bei Mind. „Die Ursache können Dinge sein, die im Leben routingemäßig passieren, etwa die Rückkehr zur Schule oder an die Universität, der Arbeitsbeginn oder Wetterveränderungen. Wenn diese Gedanken das tägliche Leben beeinträchtigen, sollte man Hilfe in Erwägung ziehen.“

Doch das Sommerende sollte nicht nur mit Stress verbunden sein. Falls Sie also jetzt, wo die Tage immer kürzer werden, zu Niedergeschlagenheit neigen, haben wir hier unseren Expertenguide, mit dem Sie die Urlaubsglücksgefühle noch etwas bewahren können…

Die Rückkehr zur Arbeit kann dazu beitragen, dass wir uns niedergeschlagen fühlen. [Bild: Pixabay via Pexels]  

„Back to work“-Blues

„Für viele Leute bedeutet das Ende des Sommers die Rückkehr zum Arbeitsplatz oder an die Universität“, erklärt David Brudö, CEO und Mitbegründer von Remente, einer Plattform für persönliche Entwicklung und geistiges Wohlbefinden. „In eine stressige, fordernde Umgebung zurückzukehren, kann dazu führen, dass man sich nach dem Sommer sehnt und sich über die bevorstehenden Wintermonate ärgert, in denen viel Arbeit wartet.“

Die Lösung:

„Wenn Sie nach einer Auszeit zur Arbeit zurückkehren, ist es eine gute Idee, zu versuchen, sich an das Umfeld anzupassen. Das wird dabei helfen, den Kopf auf produktive Arbeit einzustellen“, rät David. „Was hilft ist es, vom Schreibtisch wegzugehen und zu versuchen herauszufinden, ob Sie dann den Wunsch haben, zu arbeiten, sich zu entspannen oder sogar zu gehen. Im Fall der letzteren beiden sollten Sie die Dinge um Sie ändern und Ihre Umgebung verbessern, damit sie motivierter sind.“

Es zahlt sich außerdem aus, das Arbeitsumfeld hin und wieder zu ändern. „Inspirierende Arbeitsumgebungen können ihren Effekt mit der Zeit verlieren, also ist es wichtig, ab und zu für Abwechslung zu sorgen“, empfiehlt David.

Sommerende macht SAD

Die meisten Menschen neigen dazu, saisonal-affektive Störungen (SAD) mit den kalten Wintermonaten zu assoziieren, aber einige Menschen können auch im Sommer davon betroffen sein.

„Während wir uns Herbst und Winter nähern, werden die Tage kürzer und das Licht verschwindet früher“, erklärt Stephen Buckley. „Für einige Menschen können die geringeren Tageslichtstunden und das fehlende Sonnenlicht einen großen Einfluss auf ihre Stimmung und ihre Energie haben. Das kann zu einer Form der Depression namens saisonal-affektive Störung führen. Zu den Symptomen zählen Schlafprobleme, Angstgefühle, Depression und fehlende Energie und sie alle können das tägliche Leben deutlich beeinflussen. Die meisten Menschen mit SAD sind dann besonders betroffen, wenn die Tage kürzer werden, d. h. von Dezember bis Februar. Allerdings bekommen einige Menschen auch im Sommer SAD.“

Im Sommer neigt unser Körper dazu, mehr Vitamin D – auch Sonnenvitamin genannt – zu produzieren. Vitamin D wird von der Haut als Reakton auf Sonnenlicht produziert und spielt eine wichtige Rolle bei der körpereigenen Serotoninproduktion, ein Hormon, das entscheidend für die Regelung der Stimmung verantwortlich ist.

Herbstblues. [Bild: Pixabay via Pexels]  

Die Lösung:

Um den Blues zu Sommerende loszuwerden, ist es wichtig, dass Ihr Körper noch immer viel Vitamin D erhält. „Nach draußen zu gehen, besonders um die Mittagszeit oder an sonnigen Tagen, kann die SAD-Symptome sehr effektiv reduzieren. Das ist womöglich im Winter besonders wichtig, weil die Menschen oft zur Arbeit fahren, wenn es noch dunkel ist und nach Hause kommen, wenn es schon wieder dunkel wird. Versuchen Sie, Ihren Schreibtisch zu verlassen und machen Sie einen kurzen Spaziergang“, rät Stephen Buckley.

Eine weitere Möglichkeit, um Ihr Vitamin-D-Niveau anzukurbeln, ist der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, die reich an diesem speziellen Vitamin sind.

„So verlockend es auch ist, nach Wohlfühlnahrung zu greifen, um die Stimmung zu verbessern – viele zuckrige Speisen zu essen, kann zum Absturz des Blutzuckerspiegels führen, wonach sie sich müde und gereizt fühlen“, erklärt Stephen Buckley. „Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist für Ihre geistige Gesundheit genauso wichtig wie für Ihre körperliche Gesundheit, also ist es am besten, viel frisches Obst und Gemüse einzubauen sowie Fettöle wie Omega-3 und 6. Und versuchen Sie, Genussmittel wie Zucker, Koffein und Alkohol zu vermeiden. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist auch entscheidend für einen guten Schlaf, der wiederum wichtig für Ihre geistige Gesundheit ist.“

Der Ernährungsberater der Gesundheits- und Fitness-App Lifesum kennt einige Lebensmittel, die Ihrer Stimmung einen Kick verleihen.

  • Lachs: Lachs ist der Toplieferant für Vitamin D (Wildlachs enthält mehr Vitamin D als Zuchtlachs.) Ein halbes Lachsfilet hat bereits 25 µg Vitamin D – das ist mehr als der empfohlene Tagesbedarf.
  • Milchprodukte: Milch oder Milchprodukte, die mit Vitamin D angereichert wurden (die meisten Kuhmilchprodukte sind es bereits). Doch Sie können auch Joghurt oder andere Milchprodukte kaufen, die angereichert wurden (in der Regel die Vollfettvariante).
  • Ricotta: Ricotta enthält mehr als fünfmal so viel Vitamin D wie andere Käsesorten.
  • Eier: Zwei große Freilandeier können etwa ein Achtel des täglichen Vitamin-D-Tagesbedarfs abdecken und bringen auch viele weitere Gesundheitsvorteile mit sich.

Motivationstief

„Nach dem Ende des Sommers, wenn die langen Wintermonate vor uns liegen, fühlen sich viele unmotiviert, was wiederum zu unserem Herbstblues beiträgt“, erklärt David Brudö. Ein Grund dafür ist, dass die Menschen im Laufe der Sommermonate eine Routine entwickelt haben und wenn das Ende des Sommers dieser Routine ein Ende setzt, kommt es häufig vor, dass man sich unfokussiert und unmotiviert fühlt.“

Die Lösung:

„Einer der besten Wege, um motiviert zu bleiben, ist es, sich einfach selbst Mut zuzureden“, rät David Brudö. „Opfern Sie fünf Minuten pro Tag, um niederzuschreiben oder laut auszusprechen, warum es bei Ihnen gut läuft, was Sie bereits erreicht haben und was Ihre nächsten Ziele sind – es ist schwierig, die Motiviation zu verlieren, wenn Sie sich regelmäßig selbst motivieren.“

Spaßbremse Herbst

Weil die Sommermonate uns mit längeren Tagen und (theoretisch) schönerem Wetter verwöhnen, verbringen wir häufig mehr Zeit im Freien und haben das Gefühl, dass wir in diesen Monaten mehr Spaß haben.

Die Lösung:

Unmotiviert – check, lethargisch – check… aber hier ist eine Möglichkeit, um Ihre Laune zu verbessern. [Bild: Freestock.org via Pexels]

David empfiehlt, dass Sie jeden Tag eine bestimmte Zeit für etwas reservieren, das Ihnen Spaß macht. „Ob es einfach nur das Zusammensein mit Freunden ist, Laufen oder Gartenarbeit, stellen Sie sicher, dass Sie sich Zeit reservieren, um Spaß zu haben und etwas zu erleben.“ 

Lustlos und schlapp

Wenn die Tage kühler und die Nächte dunkler werden, ist es nur verständlich, dass wir weniger Lust auf Sport haben. Ein wichtiger Effekt von Bewegung ist es allerdings, dass sie den Körper bei der Produktion von Endorphin unterstützt, wodurch wir uns glücklicher fühlen.

„Ein psychisches Problem kann es schwieriger machen, körperlich aktiv zu sein, besonders im Winter, wenn Sport im Freien wenig reizvoll erscheint“, erklärt Stephen Buckley. „Doch Sport kann sehr effektiv sein, um Ihre Stimmung zu verbessern und Ihr Energieniveau zu steigern. Studien zeigen, dass Sport bei der Behandlung schwacher bis moderater Depressionen genauso effektiv sein kann wie Antidepressiva.“

Die Lösung:

Auch wenn es unmöglich erscheint, sich bei Dunkelheit und Regen zu bewegen, kann regelmäßiger Sport dazu beitragen, dass Sie sich deutlich besser fühlen. „Wenn Laufen im Winter nichts für Sie ist: Es hat sich gezeigt, dass Aktivitäten wie Zumba, Tanzstunden und sogar Trapezkurse viele positive Vorteile für die geistige Gesundheit haben“, so Stephen Buckley.

Wenn Sie sich Sorgen um sich selbst oder einen Ihrer Lieben machen, ist es wichtig, Hilfe zu suchen. Die britische Organisation Mind bietet viele Informationen über Depression, Angstgefühle und SAD, darunter auch Tipps zur Selbsthilfe und Rat für Freunde und Familien. Die vertrauliche Info- und Support-Hotline ist unter 0300 123 3393 erreichbar (Montag-Freitag von 9-18:00 Uhr).

Marie Claire Dorking