Beim Grundeinkommen macht Markus Lanz den dm-Gründer sprachlos

In der Runde ging es diesmal um eine gerechtere Gesellschaft. (Bild: ZDF/Screenshot)

Er gilt als einer der bekanntesten Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens: Götz Werner. Doch in der Sendung von Markus Lanz konnte der Unternehmer seine visionäre Idee nicht verkaufen.

Ein regelmäßiges Einkommen, das man ohne Leistung erhält, ist für viele Menschen eine attraktive Vorstellung. Unter dem Namen „bedingungsloses Grundeinkommen“ zieht diese Idee seit Jahren Kreise. Einer der bekanntesten Befürworter dieses Modells ist Götz Werner, der Gründer des Drogeriemarktes dm.

Doch in der Sendung von Markus Lanz gelang es dem mehrfachen Milliardär nicht, seine Utopie verständlich zu erklären. Mehrfach versuchte der Moderator, seinem Gast eine für alle einleuchtende Erklärung abzuringen. Doch wirklich nachvollziehbar wurde nicht, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Praxis funktionieren soll.

Will ein Modell, in dem jeder Bürger Geld ohne Leistung bekommt: dm-Gründer Götz Werner. (Bild: Wenn)

Jeder einzelne Bürger, so Werner, solle monatlich zwischen 1.000 und 1.500 Euro erhalten. Und zwar, ohne etwas dafür zu tun. Keine Arbeit, kein ehrenamtliches Engagement, keine Leistung ist nötig. Wer freiwillig an einer Tafel Essen an Bedürftige ausgibt, würde demnach genauso viel bekommen, wie jemand, der den ganzen Tag auf der Couch verbringt.

Finanzierung des Grundeinkommens über Konsumsteuer

Lanz brachte das Beispiel einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern. Diese Frau würde im Rahmen eines bedingungslosen Grundeinkommens 3.000 Euro monatlich erhalten. Also pro Kopf 1.000 Euro. Der Haken an der Geschichte: Auch ein Multimilliardär wie Götz Werner hätte Anspruch auf das Grundeinkommen. Seine sieben Kinder sind zwar heute erwachsen. Wären diese aber noch minderjährig, würde Werner 8.000 Euro monatlich vom Staat bekommen. 1.000 Euro für ihn und weitere 1.000 Euro für jedes seiner Kinder. Seine Frau würde auch noch einmal 1.000 Euro bekommen. Damit hätte die Familie Werner monatlich ein leistungsloses Einkommen von 9.000 Euro.

Finanzieren würde der Staat das Grundeinkommen durch die Erhebung einer Konsumsteuer. Diese würde ungefähr 50 Prozent betragen und bei allen Produkten und Dienstleistungen anfallen. Lanz fragt: „Was ist daran gerecht, wenn eine alleinerziehende Mutter diese gleiche Konsumsteuer zahlt wie der Milliardär Götz Werner beispielsweise? Wie soll Umverteilung gerecht stattfinden?“, wollte Lanz wissen. „Wo bleibt diese Form von Gerechtigkeit in Ihrem Modell?“, fragte der Moderator den dm-Gründer. Darauf folgte sekundenlanges Schweigen. Als Werner seine Sprache wiederfand, bat der den Moderator, sich kurz sortieren zu dürfen.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kann dem bedingungslosen Grundeinkommen nichts abgewinnen. (Bild: Wenn)

Ein Modell zu Lasten der Niedrigverdiener?

Doch dann wurde es vollends wirr. Werner: „Leben tun wir immer von den Leistungen anderer, nie von unseren eigenen Leistungen.“ Darauf verlor der dm-Gründer abermals den Faden und schwieg mehrere Sekunden. Lanz fragte nach: „Wenn ich bei Ihnen arbeite… Sie stellen mich ein und ich arbeite dort, kriege Geld von Ihnen, dann lebe ich von meiner eigenen Leistung.“ Werner kurz und bündig: „Nein.“ Er würde als Unternehmer erst ermöglichen, dass jemand bei ihm eine Leistung erbringen kann.

Selbst Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der als wirtschaftsliberal geltenden FDP fand, dass bei Werners Modell der „Gerechtigkeitsfaktor“ fehle. Wenn alles über eine Konsumsteuer finanziert würde, würden wieder die Niedrigverdiener die meiste Last zu schultern haben.

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