Beiersdorf: Vorstands-Chef geht - Aktie fällt

Martin Mrowka
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Beiersdorf: Vorstands-Chef geht - Aktie fällt

Der Chef des Hamburger Konsumkosmetik-Konzerns Beiersdorf, Stefan Heidenreich, verlässt den DAX-Konzern überraschend. Der Aktienkurs rutscht daraufhin an der Börse kräftig ab und ist neben Daimler größter Tagesverlierer im Deutschen Aktienindex.

Wie der Aufsichtsrat am Mittag in einer Ad-hoc-Mitteilung schrieb, wird Heidenreich seinen bis zum Ende des kommenden Jahres laufenden Vertrag nicht verlängern. Er werde sein Amt möglicherweise auch bereits früher zur Verfügung stellen, wenn der Aufsichtsrat einen Nachfolger bestelle.

Spannungen mit Großaktionär dementiert

Bereits vor Monaten hatte es Gerüchte über mögliche Spannungen zwischen dem 55-jährigen Heidenreich und dem Großaktionär von Beiersdorf, Michael Herz, gegeben. Eine Sprecherin des Konzerns wies die Spekulationen heute erneut zurück. Das Verhältnis von Herz und Heidenreich sei seit Beginn der Zusammenarbeit sehr gut, sagte sie. Die Jahre bei Beiersdorf seien für Heidenreich sehr erfolgreich verlaufen, aber auch sehr fordernd. Der Manager habe sich nach reiflicher Überlegung zu diesem Schritt entschlossen, um auch anderen Dingen wieder Priorität einräumen zu können.

Kurzfristiger Aufwärtstrend verlassen

Die Aktie des Nivea-Konzerns rauscht am Donnerstag-Mittag um mehr als vier Prozent nach unten. Heidenreich habe bei Beiersdorf sehr gute Arbeit geleistet, was sich auch im Aktienkurs widerspiegle, sagte ein Händler. Seit seiner Amtsübernahme habe sich der Kurs verdoppelt. Ohne ihn steht das Unternehmen vor einer ungewissen Zukunft.

Charttechnisch betrachtet hat der Beiersdorf-Kurs mit dem aktuellen Kursrutsch einen kurzfristigen Aufwärtstrend gebrochen. Das Tagestief liegt an der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 94,60 Euro verläuft. Der langfristige, seit Herbst 2014 laufende Aufwärtstrend ist indes intakt. Die entsprechende Trendlinie verläuft derzeit bei etwa 87 Euro. Engagierte Anleger sollten überlegen, ihre Anteile zu veräußern. Erst wenn Klarheit über die personelle und geschäftliche Zukunft herrscht, ließe sich über ein Neuengagement nachdenken.