Bei Einreise in die USA: FBI-Sonderermittler befragen russische Oligarchen

War zwölf Jahre lang Chef der amerikanischen Bundesbehörde FBI: Robert Mueller. (Bild: Getty Images)

In der Russland-Affäre schaltet Sonderermittler Robert Mueller nun einen Gang höher. Offenbar werden russische Oligarchen bei der Einreise in die USA abgefangen und befragt. Außerdem erwägt die USA Sanktionen gegen die Milliardäre aus dem Osten.

Die Umgangsformen zwischen den USA und Russland werden härter: Wie der US-Nachrichtensender „CNN“ berichtet, haben Mitarbeiter des FBI-Sonderermittlers in der Russland-Affäre, Robert Mueller, Oligarchen bei ihrer Einreise in die USA abgefangen.

Ein Russe soll kurz nach der Landung mit seinem Privatjet auf einem New Yorker Flughafen abgepasst worden sein. Die Ermittler haben den Mann CNN zufolge durchsucht und auch Einsicht in dessen elektronische Geräte genommen. Ein zweiter Oligarch wurde während einer USA-Reise gestoppt. Unklar ist in diesem Fall aber, ob der Mann ebenfalls durchsucht wurde.

Zudem sollen die Ermittler einen dritten Mann aus Russland im Visier haben, der in sich letzter Zeit allerdings nicht in den USA aufhielt. Über die Identität der drei Personen wurden keine näheren Angaben gemacht.

Donald Trump soll im Wahlkampf durch russische Einmischung profitiert haben. (Bild: Getty Images)

Die „aggressive Taktik“, wie CNN die Vorgehensweise von Muellers Team nennt, stellt eine neue Stufe in den Ermittlungen der Russland-Affäre dar. Die Ermittler sind vor allem daran interessiert, ob russische Oligarchen sich finanziell in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt haben. Das Geld könne, so der Sender, über Think-Tanks und Firmen geflossen sein.

Laut der Zeitung „Washington Post“ und der Nachrichtenagentur „Reuters“ wollen die USA noch diese Woche Sanktionen gegen russische Oligarchen verhängen. Damit würde der aktuelle Konflikt zwischen Amerika und Russland weiter eskalieren. Erst vor kurzem hat Washington 60 russische Diplomaten ausgewiesen. Dem vorausgegangen war der Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien.

Aktuell gehen sämtliche US-Geheimdienste von einer russischen Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2016 aus. In den sozialen Netzwerken soll Propaganda gestreut worden sein, um die amerikanische Wählerschaft zu beeinflussen. Eine große Rolle spielte in diesem Zusammenhang eine Troll-Armee in St. Petersburg, die Fake News fabriziert haben soll. Außerdem wurden die US-Demokraten im Wahlkampf gehackt. Wie sich vor kurzem herausstellte, war dies mithilfe deutscher E-Mail-Konten geschehen.