Die Behandlung von Hirntumorpatienten im Bor-Neutron-Einfangtherapiezentrum der NTHU in Übersee beginnt

Am 14. Februar ertönt im Gebäude des Offenbeckenreaktors Tsing Hua (THOR) an der Nationaluniversität Tsing Hua (NTHU) die Melodie des vierten Satzes von Mahlers fünfter Sinfonie - dem liebsten Musikstück einer Europäerin, die sich dort aufgrund eines bösartigen Gehirntumors einer Bor-Neutron-Einfangtherapie (BNCT) unterzieht. Dies war ihre zweite Behandlung. Nach der ersten Behandlung war das bösartige Gliom tief in ihrem Stammhirn von einer Größe von 3,51 cm auf 1,06 cm geschrumpft.

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The BNCT treatment mechanism. Since being converted for use in BNCT, the research reactor at NTHU has been used to treat over 130 patients. (Graphic: National Tsing Hua University)

In Kooperation mit dem Taipei Veterans General Hospital (TVGH) hat die NTHU THOR so umgewandelt, dass sie bei der BNCT angewandt werden kann. Aktuell wurde bereits über 130 Krebspatienten rund um den Globus durch die Behandlung neues Leben geschenkt.

Laut Professor Chou Fong-in handelt es sich bei der BNCT um eine gezielte Bestrahlung, bei der dem Patienten zunächst ein borhaltiges Medikament injiziert wird; hat sich dieses dann im Tumor angereichert, wird ein Neutronenstrahl auf den Tumor gerichtet, sodass dort eine Kurativdosis ankommt, die das normale Gewebe ausspart.

Der TVGH-Onkologe Chen Yi-wei erklärt: Das Bor-10-Medikament erhält die Struktur wie essenzielle Aminosäuren und Krebszellen benötigen für ihre abnormale Wucherung viele Nährstoffe. Krebszellen absorbieren deshalb Bor-10 schneller als andere Zellen. Bor wirkt somit wie eine Sprengladung; sobald genügend angereichwert wurde, wird die Ladung mittels Neutronenstrahl zur „Detonation" gebracht, sodass die Krebszellen absterben.

Der Ehemann der Patientin ist Arzt. Er berichtet, dass seine Frau früher eine passionierte Tennisspielerin war. Vor vier Jahren sah sie plötzlich zwei Bälle statt einem auf sie zufliegen; ein klassisches Symptom der Diplopie. Bei einem Computertomographiescan (CT-Scan) wurde dann tief in ihrem Stammhirn ein Gliom entdeckt. Nach zwei Kraniotomien mit Gamma-Knife-Bestrahlung kam es zu einem Rezidiv und das Gliom wurde bösartig. Auf Rat einer Radioonkologieexpertin erkundigten sie sich, ob die Behandlung am TVGH in Frage käme.

Laut Dr. Chen werden für die BNCT hauptsächlich ein borhaltiges, für die Absorption durch Krebszellen geeignetes Medikament und eine stabile Neutronenquelle mit passendem Energiespektrum benötigt. Der Forschungsreaktor der NTHU wurde mit der Neutronenquelle nachgerüstet und ist nun sogar noch besser als die beschleunigergetriebene Neutronenquelle, die in Japan zur Anwendung in Krankenhäusern entwickelt wurde.

NTHU und die Stadtverwaltung von Taoyuan planen die gemeinsame Entwicklung eines medizinischen Komplexes in der Aerotropolis Taoyuan nicht weit vom Flughafen Taoyuan. Die BNCT wird in der neuen Einrichtung eine Hauptrolle spielen und wird sowohl an taiwanesischen wie auch an Überseepatienten angewandt werden.

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