Behördenchaos-Vorwurf: Wohlfahrtsverbände üben heftige Kritik am Flüchtlingsamt

Mitarbeiter warten im Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten auf Kunden

Vor 15 Monaten ist das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) gegründet worden, damit sollte in der Unterbringung und Versorgung der Asylbewerber alles besser werden. Doch Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sieht die Behörde überfordert, spricht von Chaos. Die Berge ungeprüfter und nicht bezahlter Rechnungen im Millionenumfang seien dafür nur ein Beleg. Allein beim Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz seien bereits mehr als fünf Millionen Euro Außenstände aufgelaufen, beklagte Vorstandsmitglied Martin Matz. Selbst aus dem Jahr 2015 gebe es noch offene Forderungen.

Doch das ist beileibe nicht der einzige Kritikpunkt, den die gemeinnützigen Betreiber von Flüchtlingsheimen gegenüber der Senatssozialverwaltung und dem Landesamt äußern. Noch immer gebe es für 20 der insgesamt 100 Unterkünfte keine Verträge. Der Betrieb werde, teilweise schon seit zwei Jahren, auf der Basis von Absichtserklärungen und vorläufigen Vereinbarungen aufrechterhalten. Oft sei nicht einmal die Laufzeit dieser Vereinbarungen definiert. Das bedeute eine große Unsicherheit für Bewohner, Mitarbeiter und Betreiber.

Kein finanzieller Ausgleich für unbelegte Plätze

Allerdings böten auch die nun vom Landesamt angebotenen Verträge, etwa für neue Unterkünfte, keine Verbesserung. Übereinstimmend monierten mehrere Vertreter von Wohlfahrtsverbänden am Freitag die Vertragsbedingungen. Diese würden alle wirtschaftlichen Risiken bei den Betreibern abl...

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