Behörden in Uruguay machen größten Drogenfund in der Geschichte des Landes

Drogenfund im Hafen von Montevideo

In Uruguay haben die Behörden den größten Drogenfund in der Geschichte des Landes gemacht. Ein Sprecher der Marine sagte am Freitag, Einsatzkräfte hätten vier Container im Hafen der Hauptstadt Montevideo beschlagnahmt, die mit Kokainsäcken gefüllt waren. Allein in den ersten beiden der vier Sojamehl-Container wurden demnach 4003 Paketen mit insgesamt 4418 Kilogramm Kokain gefunden.

Den Behörden sei "der größte Schlag gegen den Drogenhandel in der Geschichte des Landes" gelungen, sagte der Marine-Sprecher. Der Chef der Zollbehörde, Jaime Borgiani, schätzte den Straßenwert der Drogen in Europa auf eine Milliarde Dollar (895 Millionen Euro).

Nach bisherigen Erkenntnissen sollten die Sojamehl-Container in Togos Hauptstadt Lomé transportiert werden. Örtlichen Medienberichten zufolge sollten die Container auf ein in Italien registriertes Schiff gebracht werden. Nach Behördenangaben wurden sie am Dienstag auf einer Ranch im Südwesten Uruguays verladen. Das Innenministerium teilte im Onlinedienst Twitter mit, die Polizei habe die Ranch durchsucht und den Besitzer sowie dessen Sohn festgenommen. Den Angaben zufolge vernahmen die Ermittler zudem den Besitzer der Soja-Produktionsfirma, den Exportunternehmer sowie mehrere Lkw-Fahrer.

Das südamerikanische Land Uruguay gilt als wichtiges Transitland für den internationalen Drogenhandel. In Südamerika produziertes Kokain wird von dort aus nach Afrika und Europa verschifft. Die Rekordmenge an beschlagnahmtem Kokain lag bislang bei drei Tonnen Kokain, die im November in Containern entdeckt worden waren, die nach Afrika transportiert werden sollten.

Im August beschlagnahmte der deutsche Zoll 4,5 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Straßenwert von 1,1 Milliarden Dollar aus einem Sojabohnen-Container im Hamburger Hafen, der aus Uruguay kam. Kolumbien, Peru und Bolivien sind weltweit die größten Produzenten von Kokablättern, dem Hauptbestandteil von Kokain.