Begeisterung nach Eishockey-Wunder - "Haben neue Helden"

Begeisterung nach Eishockey-Wunder - "Haben neue Helden"

Nach dem olympischen Sensationscoup der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft wollten die Lobeshymnen einfach nicht enden. "Das ist das Beste, was dem deutschen Eishockey passieren kann, das ist einfach gewaltig", sagte Alois Schloder, Olympia-Bronzemedaillengewinner von 1976, dem SID. Er habe während des 4:3 im Halbfinale gegen Kanada mitgefiebert, "da ist der Blutdruck richtig hochgegangen", sagte der 70-Jährige - und betonte: "Wir haben neue Eishockeyhelden."
Auch der ehemalige Bundestrainer Hans Zach konnte die Bedeutung des Erfolgs von Marco Sturm und seines Teams nicht hoch genug einordnen. "Das ist überragend. Das ist der größte Erfolg des deutschen Eishockeys", sagte Zach dem SID: "Das Team hat die Herzen aller deutschen Sportfans gewonnen."
Der "Alpenvulkan", von 1998 bis 2004 Trainer der DEB-Auswahl, lieferte auch gleich eine Erklärung für den Erfolg mit: "Marco Sturm hat eine Mannschaft zusammengestellt, die wie Pech und Schwefel zusammenhält, die um jeden Zentimeter kämpft", sagte der 68-Jährige.
Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl konnte den Erfolg seiner Nationalmannschaftskollegen nur aus der Ferne miterleben. Wie alle NHL-Stars durfte der 26-Jährige nicht zu Olympia reisen - war aber nicht weniger überwältigt: "Ihr seid ja völlig wahnsinnig", twitterte er. Und DOSB-Präsident Alfons Hörmann erklärte: "Ein Jahrhundertspiel."
Auch die Politik freute sich über die wahrscheinlich größte Olympia-Überraschung aus deutscher Sicht. Mit einer gehörigen Portion Humor. "Empfehlung für Reisende in Kanada: Thema Eishockey vermeiden", twitterte das Auswärtige Amt in einem nicht ganz ernst gemeinten Reisehinweis.
Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gratulierte Manager Oliver Bierhoff in einer Videobotschaft. "Wow, das ist ja Wahnsinn, was ihr da leistet", sagte der Europameister von 1996: "Jetzt müsst ihr natürlich auch den letzten Schritt gehen. Wir drücken euch ganz fest die Daumen - wie ganz Deutschland! Haut rein, dann habt ihr hoffentlich die goldene Medaille um den Hals hängen. Aber egal, wie - ihr habt schon Großartiges geleistet."
Für viele Gratulanten scheint jetzt auch im Finale alles möglich. Am Sonntag (13.10 Uhr OZ/5.10 Uhr MEZ) wartet mit Russland allerdings der Rekordweltmeister. "An Gold wollen wir jetzt noch nicht denken. Doch wie sich die Mannschaft hier präsentiert, mit dem Willen, da ist jetzt alles möglich", sagte Schloder. Und Zach ergänzte: "Im Finale ist alles möglich. Die Chance ist, dass Russlands uns unterschätzt."