Nach Remis in Köln: Luft für Nouri wird dünner

Yuya Osako und der 1. FC Köln bleiben auf dem letzten Tabellenplatz

Kein Sieger, zwei Verlierer: Der 1. FC Köln und Werder Bremen haben im Kellerduell der Bundesliga den so dringend benötigten Befreiungsschlag verpasst und sich in einem ganz schwachen Spiel 0:0 getrennt.

Vor allem für Werder-Coach Alexander Nouri wird die Luft jetzt immer dünner.

"Alex wird am Sonntag gegen Augsburg auf der Bank sitzen. Wir sind nach wie vor überzeugt von ihm", sagte Werder-Manager Frank Baumann zwar nach dem Spiel, räumte zugleich aber auch ein: "Zwölf Spiele nicht gewonnen, das macht etwas mit der Mannschaft, das macht etwas mit dem Trainer und das macht etwas mit dem Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer."

Nouri selbst flüchtete sich in Durchhalteparolen: "Natürlich sind wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wir haben gefightet, einer war für den anderen da. Das ist die Basis. Jetzt müssen wir weiter arbeiten und das Erfolgserlebnis erzwingen."


Stöger: Rücktritt "wäre schwachsinnig"

Bremen steht mit fünf Zählern kaum besser als der FC da, der nun zwei Pünktchen auf dem Konto hat. In einem extrem zerfahrenen Spiel war der FC dem Sieg näher als die Gäste, offenbarte aber wieder einmal seine großen Defizite im Torabschluss. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Das war heute nicht Fisch, nicht Fleisch. Damit kannst du nichts anfangen", sagte Peter Stöger nach dem Spiel.  


Eine Trainerdiskussion wird es in Köln trotz des erneuten Dämpfers aber nach wie vor nicht geben. "Ich kann und werde auch nie den Platz räumen, wenn ich nicht weiß, dass es eine zweite und ideale Lösung für diesen Klub gibt", betonte Stöger: "Alles andere wäre schwachsinnig und egoistisch."

Der Ärger bei Stöger war groß, denn seinen Kölner wäre um ein Haar ein Befreiungsschlag geglückt. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Pizarro-Ersatz lässt Riesenchance liegen

In der 86. Minute vergab Sehrou Guirassy die Riesenchance zum Sieg aus kürzester Distanz kläglich, als er den Ball zwei Meter vor dem leeren Bremer Tor noch neben den Pfosten bugsierte, auf der Gegenseite klärte Konstantin Rausch noch einmal auf der Linie (90.).

"Wir hauen uns die Dinger im Moment selbst von der Linie, erleben nur Extreme. Letztes Jahr haben wir aus nichts zwei Tore gemacht, dieses Jahr machen wir bei zwei Riesendingern keinen rein", haderte Kölns Abwehrspieler Dominic Maroh.

Mit zwei Kopfbällen (6., 9.) und einem Distanzschuss (13.) hatte sich Guirassy schon früh eingebracht. Der Angreifer sollte eigentlich gar nicht von Beginn an spielen, doch der Ex-Bremer Claudio Pizarro verletzte sich beim Aufwärmen. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)


"Wir haben es uns heute zum Teil selbst schwer gemacht, hatten genug Chancen. Wenn du diese Chancen nicht nutzt, ist es schwierig, uns fehlt einfach die Ruhe vor dem Tor", sagte Stöger, lobte aber: "Wenn ich sehe, was diese Mannschaft abliefert, ist das ein Zeichen, dass wir gerne zusammenarbeiten. Es heißt: Weitermachen, weitermachen. Die Jungs sind total willig und giftig, das zu korrigieren, was wir in der Anfangsphase der Meisterschaft nicht gut gelöst haben."

Wenig Tempo und Präzision

Beim zuvor letzten Spiel der beiden Teams im Mai war es ein Duell um den Europapokal-Platz gewesen - diesmal ging es um extrem wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Es wurde deutlich, weshalb die Mannschaften so schlecht in diese Saison gestartet sind. (Das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen)

Auf beiden Seiten fehlte es an Tempo und Präzision, dennoch war Köln noch die etwas aktivere Mannschaft. Die völlig verunsicherten Bremer verloren häufig den Ball im Spielaufbau und brachten sich so selbst in Bedrängnis.

Nach der Pause kam Bremen etwas besser ins Spiel. Maximilian Eggestein tauchte plötzlich frei vor dem Kölner Tor auf, schoss aber deutlich vorbei. Auf der anderen Seite scheiterte der auffällige Leonardo Bittencourt an Werder-Keeper Jiri Pavlenka (55.).

Köln erhöhte den Druck, rannte aber zu hektisch an. Zum Glück für Nouri und Bremen.