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"Befreiung des Gebiets Belgorod": Anti-Putin-Einheiten bekennen sich zu Angriffen

Russland hat die Ukraine beschuldigt, mit einem "Sabotagetrupp" auf russisches Gebiet vorgedrungen zu sein. Zwei Menschen seien durch Minen verletzt worden. In sozialen Netzwerken gab es seit dem Morgen Berichte über den Beschuss grenznaher Orte in der russischen Grenzregion Belgorod.

Nach Angaben von Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow seien eine Frau und ein Mann verletzt worden. Der ukrainische Militärgeheimdienst bestätigte Kämpfe in der Region. Die ausschließlich aus Russen bestehenden Einheiten "Russisches Freiwilligenkorps" und "Legion Freiheit Russlands" hätten einen Einsatz zur "Befreiung des Gebiets Belgorod vom sogenannten Putin-Regime begonnen", sagte dessen Sprecher Andrij Jussow.

In den vergangenen Monaten berichteten russische Regionen über zunehmenden Beschuss durch die Ukraine. Militärexperten erwarten seit längerem eine ukrainische Gegenoffensive. Da die Stoßrichtung einer solchen Gegenoffensive noch unbekannt ist, spekulieren Experten über Vorstöße auf russisches Gebiet, um dort Kräfte zu binden.

Lage in Bachmut unklar

Derweil teilte Kiew mit, dass Teile der schwer umkämpften Stadt Bachmut unter eigener Kontrolle seien. Wie die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar erklärte, würden ukrainische Truppen nördlich und südlich der Stadt weiterhin präsent sein.

Der Vizeministerin zufolge ziehen die russischen Truppen zusätzliche Reserven heran. "Die Verteidigung von Bachmut erfüllt ihre militärische Aufgabe", betonte Maljar. Den russischen Truppen seien riesige Verluste zugefügt und ihr Angriffspotenzial gesenkt worden. Zudem habe die ukrainische Seite wichtige Zeit gewonnen.

Bachmut ist seit Monaten umkämpft. Moskau hatte am Wochenende die vollständige Eroberung der stark zerstörten Stadt mit einst 70.000 Einwohnern verkündet. Von unabhängiger Seite lassen sich die Angaben beider Seiten zum Kriegsverlauf kaum überprüfen.

Angriffe auf Dnipro

Unterdessen gehen die russischen Angriffe auf ukrainisches Territorium weiter. So wurde Dnipro, im Osten des Landes, in der vergangenen Nacht beschossen. Wie die ukrainische Armee mitteilte, hätten 16 Raketen sowie 20 sogenannte Kamikaze-Drohnen iranischer Bauart die Stadt getroffen. Acht Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben der Luftabwehr habe man einen Großteil der Geschosse abfangen können.

Atomkraftwerk Saporischschja wieder am Netz

Das von Moskau besetzte Atomkraftwerk Saporischschja wieder ans Stromnetz angeschlossen worden. Das teilte der ukrainische Stromnetzbetreiber Ukrenerho auf Telegram mit. Zuvor war eine Hochspannungsleitung durch Beschuss beschädigt worden. Die Kühlungssysteme mussten daraufhin mit Dieselgeneratoren betrieben werden.

Das größte Atomkraftwerk Europas ist seit März vergangenen Jahres unter Moskauer Kontrolle. Artillerieduelle um das Kraftwerksgelände hatten im vergangenen Sommer Sorge vor einer Atomkatastrophe ausgelöst.