Befreit, beschwingt und endlich beliebt: Außenminister Gabriel stielt Schulz die Show

In allen Umfragen ist er in den Kreis der beliebtesten Politiker aufgestiegen.

Es wird ein ungewohntes Gefühl für Sigmar Gabriel sein. Zum ersten Mal seit acht Jahren hat er am Sonntag in Dortmund auf einem SPD-Parteitag nur die Rolle des Zuschauers. Seit 2009 hielt er als Parteivorsitzender immer eine der zentralen Reden.

Mal stürmisch, wie eben 2009 in Dresden, als er nach der historischen Wahlniederlage die Parteispitze übernahm und die SPD im Alleingang aus der Depression holte. Mal vom Donner gerührt, wie Ende 2015 in Berlin. Dort wurde Gabriel mit 74 Prozent von seinen Genossen abgestraft.

Beim nächsten Partei-Tag will Gabriel nur Zuschauer sein

Sein letzter großer Auftritt als SPD-Chef war im März bei der Krönungsmesse von Martin Schulz. In Dortmund will Gabriel nur noch zuhören. Der Programmparteitag soll Schulz-Tag sein. Mal sehen, ob sich der Außenminister daran hält.

Er ist jedenfalls auffällig bemüht, Schulz nicht in die Wahlkampf-Parade zu fahren. Sie telefonieren jeden Tag, stimmen ihre Interviews miteinander ab. Gabriel sagt in seinen Interviews dann Sätze wie: „Ich unterstütze ausdrücklich, was der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz dazu gesagt hat.“ Oder: „Er ist der Vorsitzende, deshalb hat er Anspruch darauf, dass ihm alle anderen zuarbeiten. Auch ich.“

Gabriel hat kein Problem damit, dass im Wahlkampf Schulz der Koch, und er der Kellner ist. Das sagt er jedenfalls. Aus der Parteispitze gab es zuletzt dezente Hinweise an Gabriel, es nicht zu übertreiben. Es helfe Schulz nicht wirklich, wenn der zur Hyperaktivität neigende Ex-Vorsitzende ihm ständig gut gemeinte Ratschläge und Papiere schicke.

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