Kardinal Joachim Meisner: Beisetzung am 15. Juli im Dom – So verläuft die Trauerfeier

Kardinal Meisner hatte mit der kölschen Spielart des Katholizismus nichts am Hut.

Viel Prominenz wird erwartet, wenn Joachim Kardinal Meisner, von 1989 bis 2014 Erzbischof von Köln, am 15. Juli im Dom beerdigt wird. Doch auch nicht-prominente Kölner haben die Möglichkeit, vom Kardinal Abschied zu nehmen. Die wichtigsten Fragen rund um die Trauerfeierlichkeiten:

Wo wird der frühere Kölner Erzbischof beerdigt?

Verstorbene Erzbischöfe finden ihre letzte Ruhe nicht auf einem Friedhof, sondern in der Bischofsgruft des Doms. Sie befindet sich unter dem Hochchor im Osten. Vom Chorgestühl aus führt eine Treppe in die unterirdische Krypta. Meisners Grab ist bereits vorbereitet; er hat den Ort mehrfach besucht, 2006 am Grab seines Vorgängers Kardinal Josef Höffner gebetet, und dort oft über seinen Tod und seine Bestattung gesprochen.

Meisner wird der Tradition folgend im bischöflichen Ornat in einen Holzsarg gebettet, auch ein Messgewand, ein schlichtes Brustkreuz, seine Mitra und ein Bischofsstab werden hinzugefügt, ebenso das Pallium (ein weißes Schulterband aus Wolle), das er bei seiner Ernennung zum Erzbischof vom Papst erhielt.

Der Sarg wird später von einem zweiten Metallsarg umhüllt, der – auch, um das Grundwasser zu schützen – wasserdicht ist. Auch in Jahrhunderten wird Meisner anhand der Grabbeigaben noch als hochgestellte Kirchen-Persönlichkeit zu erkennen sein.

Wie werden die Tage vor der eigentlichen Trauerfeier am 15. Juli ablaufen?

Meisners sterbliche Überreste müssen zunächst nach der Obduktion von seinem Urlaubsort in Bayern, wo er verstorben ist, nach Köln transportiert werden. Dann wird der Kardinal von Freitag, 7. Juli ab 18 Uhr bis Montag, 10. Juli in der romanischen Basilika St. Gereon aufgebahrt werden, wie vor ihm 1987 schon Kardinal Josef Höffner.

Am 7. Juli um 18 Uhr wird Kardinal Rainer Woelki dort eine Vesper feiern. Am Freitag, 14. Juli, ist St. Gereon ab 8 Uhr geöffnet, und die Gläubigen können am verschlossenen Sarg beten. Um 18 Uhr wird eine Totenvesper gebetet. Von St. Gereon wird es am 15. Juli um 9.15 Uhr eine Prozession zum Dom geben. Es war Meisners Wunsch, in der Kirche aufgebahrt zu werden. „Ich sehe zu meiner Pfarrkirche und sage mir: Geh gerade, Meisner, dass du dort aufgebahrt werden und sagen kannst, jetzt hab' ich's geschafft“ – das sagte er 2012 in einem „Kölner Stadt-Anzeiger“-Interview.

Wer wird zu den Trauerfeierlichkeiten eingeladen? Kommt der Papst?

Dass zahlreiche bundesdeutsche Bischöfe anreisen, gilt als ebenso sicher wie die Anwesenheit von Vertretern der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Natürlich werden Familienmitglieder und Weggefährten Meisner die letzte Ehre erweisen, auch Vertreter aus Wissenschaft und Kultur. Oberbürgermeisterin Henriette Reker dürfte erscheinen – ebenso Vertreter aus dem Karneval und des FC.

Meisner hatte ja auch eine durchaus kölsche Seite. Dass der amtierende Papst Franziskus anreist, ist weder wahrscheinlich noch üblich, selbst wenn sich die beiden Protagonisten näher stünden als in diesem Fall. In der Regel entsendet der Papst seinen Nuntius. Auch das Erscheinen des emeritierten Papstes Benedikt, dem Meisner freundschaftlich verbunden war, gehört in den Bereich der Spekulationen.

Wann war die letzte vergleichbare Beerdigung in Köln?

Sie liegt 30 Jahre zurück. Kardinal Josef Höffner (Jahrgang 1906) starb 1987, auch er wurde in der Bischofsgruft beigesetzt – ein Platz, der ausschließlich Erzbischöfen vorbehalten ist. Das Amt des Erzbischofs von Köln legte er im September 1987 nieder, einen Monat vor seinem Tod. 

Wird der Decke Pitter, die größte Dom-Glocke, läuten?

Zu den Ehrerbietungen, die beim Tod eines Erzbischofs vorgesehen sind, gehört das Läuten des Decken Pitters, der Petersglocke des Doms – jener gewaltigen Glocke, die zu hohen Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten weit über die Stadt zu hören ist. Doch zum Tod von Kardinal Meisner bleibt der Decke Pitter stumm. Er muss eine lange Pause machen: Nachdem 2011 sein Klöppel abgestürzt war, hat er zwar inzwischen einen neuen erhalten. Doch die Aufhängung des neuen Klöppels ist nicht optimal und wird seit Monaten von Experten justiert.

Sie müssen den „Kuss“ genau einstellen – jene Berührung, mit der der Glockenton erzeugt wird. Ist er zu schwach, ist die Glocke zu leise, ist er zu stark, sorgen die Schwingungen möglicherweise für Beschädigungen am Dom selbst. Die Aufgabe des Totengeläuts übernimmt die zweitgrößte Glocke des Kölner Domgeläuts, die 1448 von Christian Cloit und Heinrich Brodermann gegossene Pretiosa. Mit einem Gewicht von 10,5 Tonnen ist sie eine der größten mittelalterlichen Glocken weltweit.

Wo liegen Kondolenzbücher aus?

Seit gestern Mittag gibt es eine Kondolenzliste auf der Internetseite des Erzbistums Köln, seit dem späten Nachmittag liegt auch ein Kondolenzbuch im Kölner Dom aus....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta