Bedeutung reiselustiger Senioren für Tourismusbranche wächst

«Die Bedeutung der Ruheständler wird angesichts der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren weiter wachsen», sagt Lohmann, Geschäftsführer des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa. Foto: Jens Büttner/Archiv

Kiel (dpa) - Senioren werden nach Einschätzung des Tourismusexperten Martin Lohnmann für die Reisebranche immer wichtiger. «Ältere Menschen sind heute flexibler, fitter und reisegewohnter als früher.»

Das sagte der Geschäftsführer des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT), Martin Lohmann. Nach Daten der «Reiseanalyse 2017» der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) unternahmen im vergangenen Jahr Berufstätige im Alter von 55 bis 64 Jahren 7,12 Millionen Urlaubsreisen. Rentner zwischen 65 und 74 Jahre kamen auf 8,65 Millionen Trips.

«Die Bedeutung der Ruheständler wird angesichts der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren weiter wachsen», sagte Lohmann. Nach einer Prognose der FUR wird sich der Anteil der über 70-Jährigen an allen Urlaubsreisen von aktuell 16 auf 19 Prozent bis zum Jahr 2025 erhöhen. Bei den 60- bis 69-Jährigen wird ein Anstieg von 14 auf 17 Prozent erwartet. Einen leichten Marktanteilszuwachs auf 14 Prozent sagen die Experten bei der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen voraus. Der Anteil aller anderen Altersklassen dürfte dagegen sinken und jeweils unter dem der Älteren liegen.

Berufstätige und Rentner verbinden mit den schönsten Wochen des Jahres allerdings unterschiedlich Motive. Menschen, die im Job eingespannt sind, legen Lohmann zufolge größeren Wert auf Entspannung und Erholung. Für Ruheständler sind dagegen soziale Kontakte, Abwechslung, Unterhaltung sowie Kennenlernen wichtig.

Auch bei der Wahl der Urlaubsziele unterscheiden sich die beiden Gruppen. Senioren sind mehr im Inland unterwegs als Berufstätige. Die Mehrzahl der Reisen führt den Angaben zufolge allerdings auch die Ruheständler ins Ausland. Die Forschungsgemeinschaft Reisen untersucht das Reiseverhalten der Deutschen seit mehr als 40 Jahren.