Becker packt aus: Wer mich warnte vor der Besenkammer-Affäre

SPORT1
·Lesedauer: 3 Min.

Boris Becker hat in der fünften und letzten Folge des Podcasts "Boris Becker - Der Fünfte Satz" bei Amazon Music über seine Besenkammer-Affäre 1999 mit Angela Ermakova gesprochen.

"Ich saß auf der Terrasse und hatte ein Gespräch mit meiner Mutter Elvira, die wollte nicht, dass ich ausgehe, weil sie mich natürlich gut kennt und weiß, wer ich bin", sagte die Tennis-Legende rückblickend zum Abend des Seitensprungs, aus dem Tochter Anna entstand.

Becker hatte zuvor sein letztes Profimatch in Wimbledon bestritten und war emotional aufgewühlt, wie er berichtete. Wie Ehefrau Barbara wollte auch seine Mutter ihn genau deshalb davon abbringen, am Abend noch mit seinem Team auszugehen. "Mach keinen Fehler, bleib da", hatte Beckers Mutter ihrem Sohn zufolge gesagt.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Becker über Ehe-Aus mit Barbara

"Sie kannte mich seit 32 Jahren und wusste, wenn ich schon mal die Nerven verliere, dass ich sehr weit springen kann – und das ist an jenem Abend passiert", erklärte Becker weiter und ergänzte, dass er an dem Abend emotional nicht stabil gewesen sei.

"Ich habe natürlich meine Ehe verloren, das war ein hoher Preis, das war ein Fehler", sagte der 53-Jährige, der sehr froh darüber ist, dass sich inzwischen alles wieder eingerenkt hat: "20 Jahre später sind wir wirklich eine enge Familie. Dass das so hingehauen hat, ist vielleicht unser größter Triumph."

Ob der in London lebende Becker eines Tages wieder nach Deutschland zurückkehrt, ließ er offen. "Ich weiß es nicht", sagte Becker und erklärte: "Ich liebe Deutschland, hier bin ich geboren, ich habe nur einen Pass. Aber ich liebe es auch, im Ausland zu sein - weil ich etwas mehr Ruhe habe." Man solle aber "nie nie sagen".

Becker spricht über Insolvenzverfahren

Aktuell plagen Becker in England noch andere Sorgen - wie das Insolvenzverfahren. "Das ist eine sehr ernst zu nehmende Situation. Ich habe die schon vor dreieinhalb Jahren begriffen und gehe damit - wie ich mit allen Problemen umgehe - mit offenem Visier um", sagte Becker.

Er sei aber ein "grundoptimistischer Mensch" und deshalb überzeugt, auch dieses Problem lösen zu können: "Ich suche nach Lösungen. Und bis jetzt habe ich immer eine Lösung gefunden."

"Ich bin in einem Insolvenzverfahren und ich bin in einem Strafverfahren", sagte Becker zu seiner Situation und erklärte, bereits das Vierfache der geschuldeten Summe zurückgezahlt zu haben. Deshalb sei er guter Dinge, das Insolvenzverfahren bald zu beenden.

Becker erläutert: "Ich wurde insolvent erklärt für 3,2 Millionen Euro plus drei Prozent Zinsen. In dieser Zeit hatte ich ein Millionenvermögen im zweistelligen Bereich. Wichtig zu erwähnen ist, dass ich am Tage meiner Insolvenz ein sehr vermögender Mann war."

Becker darf Hälfte des Einkommens behalten

Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger muss aktuell die Hälfte seines Einkommens abgeben, die andere darf er behalten. Ob das so bleibt, ist ungewiss.

Becker betont, das Insolvenzrecht in Großbritannien unterscheide sich deutlich von dem in Deutschland. Dadurch sei auch erst das Strafverfahren gegen ihn zustande gekommen. Nach Meinung von Anderen habe er "Fehler in meinem Insolvenzverfahren gemacht. Und diese Frage werden wir ganz in Ruhe klären."

Mitte Februar wollen er und seine Anwälte dem Gericht eine Erklärung abgeben. Becker ist dabei "guter Dinger, dass ich 28 Mal nicht schuldig bin."

Sollte es zu keiner Einigung kommen, würde am 13. September ein Prozess in London warten. "Und vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand", sagte Becker.