Beauty weltweit: Künstliche Grübchen - Vom Makel zum OP-Trend

Das Grübchen-Statussymbol schlechthin: Model Miranda Kerr mit ihrem unvergleichlichen Lächeln. (c) Eva Rinaldi

Früher galten sie als Makel, jetzt sind Grübchen-Operationen im Kommen. Auslöser für den gefährlichen Beauty-Trend sollen Promis wie Herzogin Kate und Miranda Kerr sein.

Sie sind unsichtbar und erscheinen nur bei einem Lächeln auf dem Gesicht: Grübchen, kleine Einbuchtungen in der Wange oder um die Mundpartie. Gerade dieses Flüchtige macht Grübchen für viele Menschen zu etwas Begehrenswertem. Und zwar so sehr, dass Frauen (und manchmal auch Männer), sich mittlerweile dafür unters Messer legen lassen. Dimpleplasty nennt sich dieser neue Trend in der Schönheitschirurgie.

Die Gier nach Grübchen beschränkt sich nicht auf einen Kulturraum. Sei es in den USA, im Iran oder in Asien – Dimples, wie die Grübchen im englischen Sprachraum heißen, sind überall heiß begehrt. Am beliebtesten sind klassische Wangengrübchen, doch auch Kinngrübchen sind im Kommen. Sie sollen das eigene Lächeln unverkennbar machen. Das Gefährliche an dem Eingriff: Einmal ausgeführt, ist er meist nicht wieder rückgängig zu machen.

Neuer Trend bei Instagram

Zwar existiert die Grübchen-Chirurgie schon seit 30 Jahren, doch stieg die Anzahl der Patienten erst in den letzten Jahren und Monaten an. Eine Rolle spielt dabei die Popularität von Celebrities, die von Natur aus mit Grübchen gesegnet sind – wie das Model Miranda Kerr, Herzogin Kate Middleton und die Schauspielerinnen Jennifer Garner und Kirsten Dunst.

Natürliche Grübchen sehen meist dezenter aus – wie beim Vorbild Herzogin Kate Middleton.

Eine dimpleplasty  kostet, je nach Chirurg zwischen 1.000 und 2.500 US-Dollar und wird in der Regel unter Lokalbetäubung innerhalb von 30 Minuten durchgeführt. Auf Instagram gibt es unter dem hashtag #dimpleplasty aktuell rund 300 Beiträge – und es werden täglich mehr.

Narben statt Grübchen

Natürliche Grübchen entstehen dadurch, dass Gesichtsmuskeln an gewissen Stellen mit der Haut verklebt sind. Bei einem chirurgischen Eingriff werden die Gesichtsmuskeln durch eine Naht künstlich mit der Haut verbunden. Theoretisch sollten dabei keine Narben entstehen. Und doch klagen einige PatientInnen, dass anstatt Grübchen nun Narben ihre Wangen „schmücken“.

Anders als natürliche Grübchen, sind künstlich geschaffene Einkerbungen auch zu sehen, wenn der Patient nicht lächelt. Grübchen auf einem ernsten Gesicht? Schon sind sie als Fake entlarvt. Auf Seiten wie realself.com , wo sich PatientInnen über gelungene und misslungene Schönheitsoperationen austauschen, warnen viele vor dieser OP.

“Wie ein nicht vorzeigbares Streifenhörnchen”

Eine Nutzerin aus Toronto klagt darüber, dass sie nach dem Eingriff wie ein „behindertes, nicht vorzeigbares Streifenhörnchen“ ausgesehen hätte. Auch die YouTouberin Pammie Kyle, die den dimpleplasty fünf bis sechs Mal wiederholen ließ, warnt ihre Follower. Sie habe monatelang mit Löchern in den Wangen gelebt und sich eingeredet, dass sie nun hübsch wie eine Puppe sei. Trotz mehrerer Eingriffe sei ihr allein auf der linken Wange ein Grübchen geblieben – das eher einer unschönen Narbe ähnelt. Das Grübchen auf der anderen Wange sei irgendwann einfach verschwunden. Die monatelangen Schmerzen, die sie ertragen hatte, waren für die Katz.

Dass künstlich geschaffene Grübchen wieder verschwinden, kann passieren. Viel häufiger aber ist der Fall, dass sie für immer ein Makel im Gesicht bleiben.

Ganz so natürlich wie auf diesem Foto sehen die künstlichen Grübchen eher selten aus.

Vielleicht sollten junge Frauen, die ihre Wangen durchlöchern lassen wollen, besser an einem positiven Selbstbild arbeiten – anstatt anderer Leute Lächeln kopieren zu wollen. Sonst könnte aus einem Grübchen schnell eine Grube werden, die man sich selbst gegraben hat.