Beamtenbund warnt vor gravierendem Personalmangel im öffentlichen Dienst

Vor der dritten Verhandlungsrunde im Tarifstreit im öffentlichen Dienst hat der Beamtenbund vor einem gravierenden Personalmangel gewarnt. Im Bund und bei den Ländern und Kommunen "fehlen derzeit rund 200.000 Arbeitskräfte, darunter allein 130.000 Erzieher", sagte Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Um genügend Arbeitskräfte für den öffentlichen Dienst zu finden, "müssen wir auch finanzielle Anreize setzen". Das sei angesichts gut gefüllter öffentlichen Kassen möglich.

Die Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sollen am 15. und 16. April fortgesetzt werden. In den beiden vorangegangenen Verhandlungsrunden gab es keine Annäherung. Die Gewerkschaft Verdi kündigte bereits an, ihre Warnstreiks in dieser Woche massive auszuweiten.

Unterstützung erhielte die Gewerkschaften von der Linkspartei. "Wenn die Arbeitgeber nicht verstehen, dass der öffentliche Dienst das nicht unendlich strapazierfähige Rückgrat der Gesellschaft ist, ist ihnen nicht zu helfen", sagte Parteichef Bernd Riexinger der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Dass die Arbeitgeber bislang kein Angebot vorgelegt hätten, zeuge nicht gerade von Wertschätzung für die öffentlichen Beschäftigten, deren Arbeit "unentbehrlich für die Daseinsfürsorge" sei.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts fordern ein Gehaltsplus von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat erhöht werden. Zudem verlangt Verdi, Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss verpflichtend zu übernehmen.