BDI-Präsident kritisiert Koalitionspläne zur Digitalisierung als unzureichend

Eine Reihe von Wirtschaftsverbänden hat eine Petition zur Einrichtung eines Digitalministeriums in der künftigen Bundesregierung gestartet

Der Unmut der Wirtschaft über die im Koalitionsvertrag vereinbarten Schritte beim Thema Digitalisierung hält an. "Deutschland muss in der digitalen Infrastruktur schnellstmöglich aufholen", sagte der Präsident des Bundes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, dem Magazin "Focus" laut Vorabmeldung vom Freitag. Dafür werde aber nicht genug getan. Die geplanten Investitionen von bis zu zwölf Milliarden Euro in flächendeckende Glasfasernetze reichten nicht.

Außerdem gehen dem BDI-Präsidenten die Vorhaben für den Bereich Digitale Bildung nicht weit genug - dort planen Union und SPD etwa Anstrengungen beim vernetzten Klassenzimmer und streben spezielle Qualifizierungen für Lehrkräfte und Ausbilder an. "Informatik als Pflichtfach ist wünschenswert", sagte Kempf dem Magazin. Es sei ganz entscheidend, schon Schülern "die für die Zukunft unbedingt notwendige Digitalkompetenz zu vermitteln".

Zuvor hatten bereits Branchenverbände wie Bitkom und der Bundesverband Deutsche Startups die Koalitionspläne zur Digitalisierung aufs Korn genommen. Kritik wurde unter anderem daran laut, dass weder ein Digitalisierungsministerium noch ein Staatsminister für Digitalisierung im Kanzleramt geplant sei - obwohl es viele gute Pläne für den Bereich gebe. Stattdessen würden die Kompetenzen im Digitalbereich weiter auf mindestens vier Ministerien verteilt.