BDI: Industrie braucht weiter Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem Beginn der Sondierungen über eine mögliche große Koalition hat der Industrieverband BDI seine Ablehnung zentraler SPD-Forderungen zum Arbeitsmarkt untermauert. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, warnte vor "starren Vorgaben".

Die SPD fordert ein Recht auf Rückkehr von Teil- zu Vollzeitjobs. Auch ein Aus für Befristungen ohne Sachgrund ist für die SPD zentral.

"Befristete Arbeitsverhältnisse bedeuten wie Leiharbeit eine wichtige Flexibilität für Unternehmen", sagte Kempf der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wenn die Politik den Abschluss befristeter Verträge erschwere, könnten Unternehmen bei Bedarf schlechter ihre Produktionskapazität erhöhen.

Auch Teilzeitarbeit sei ein wichtiges Instrument. Ein Rückkehrrecht von Teilzeit- in Vollzeitjobs lehnte Kempf ab. "Dann wird kein Mittelständler mehr Teilzeitjobs schaffen. Das Thema sollen die Tarifpartner regeln, dafür brauchen wir die Politik nicht."

Kempf fügte hinzu: "Starre Vorgaben würden den digitalen Wandel bremsen und Chancen vermindern." Die Politik sei in der Pflicht, ihren Gestaltungsauftrag zu erfüllen. "Wenn man es richtig angeht, bietet die Digitalisierung viele Chancen. Sie ermöglicht flexible Arbeit, verbessert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, kurbelt die Nachfrage nach Arbeitskräften an. Dann kann sogar Produktion nach Deutschland zurückkommen."

Union und SPD wollen am 7. Januar in Sondierungen über eine Regierungsbildung starten, bereits bis zum 12. Januar soll es ein Ergebnis geben. Dann soll feststehen, ob den Parteigremien der Einstieg in Koalitionsverhandlungen über einen konkreten Vertragstext empfohlen wird.