BDI: Deutsche Politik muss auf US-Steuerreform reagieren

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie hat angesichts der geplanten US-Steuerreform mit einer massiven Senkung der Unternehmensteuren auch in Deutschland Veränderungen gefordert. "Jede neue Bundesregierung muss sich diesem verschärften internationalen Wettbewerb stellen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, am Mittwoch in Berlin. Eine Reform des "unzeitgemäßen Außensteuerrechts" werde umso dringlicher

Nach der Verabschiedung der Steuerreform im Senat stehen US-Präsident Donald Trump und die Republikaner kurz vor ihrem ersten großen Erfolg. Bevor Trump das Gesetz unterzeichnen kann, muss allerdings das Repräsentantenhaus noch einmal darüber abstimmen. Kern der Reform ist eine massive Senkung der Ertragsteuer für Unternehmen von bisher 35 auf 21 Prozent.

BDI-Hauptgeschäftsführer Lang sagte, der US-Körperschaftsteuersatz werde künftig deutlich unterhalb der etwa 25 Prozent liegen, die Unternehmen in den OECD-Staaten durchschnittlich auf ihre Gewinne zahlten. Das Gesetzespaket in den USA enthalte mit verbesserten Abschreibungsregelungen und Verschärfungen für grenzüberschreitend tätige Unternehmen "erhebliche Anreize", Konzernfunktionen und Investitionen in die USA zu verlagern. Die USA würden aus deutscher Sicht zum "Niedrigsteuerland".

BDI-Präsident Dieter Kempf hatte die Senkung der Unternehmensteuern in den USA bereits als "absolute Kampfansage" bezeichnet. Investitionen anderswo und auch in Deutschland könnten dadurch sinken, hatte Kempf der Deutschen Presse-Agentur gesagt.