BDI-Chef sieht protektionistischen Charakter bei US-Steuerreform

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die in den USA beschlossenen Steuerreform stößt auf scharfe Kritik der deutschen Wirtschaft. "Die zur Gegenfinanzierung der erheblichen Steuersatzsenkungen vorgesehenen Maßnahmen für grenzüberschreitend tätige Unternehmen gehen weit über die Vermeidung missbräuchlicher Strukturen hinaus und haben einen klar protektionistischen Charakter", sagte Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), am Sonntag.

Die Reformpläne seien mit international abgestimmten Steuerprinzipien nicht vereinbar und führten zu erheblichen Doppelbesteuerungen für die betroffenen Unternehmen. "Unternehmen in Deutschland und Europa droht ein massiver Schaden."

Lang sagte für die deutschen Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil in den USA voraus. "Umso wichtiger ist, dass sich Deutschland diesem internationalen Wettbewerb stellt", sagte er. Jede neue Bundesregierung müsse daher umgehend strukturelle Verbesserungen im Unternehmensteuerrecht vornehmen.

Der US-Senat hat einen Entwurf über eine umfassende Steuerreform gebilligt, der jetzt noch mit dem Vorschlag des Abgeordnetenhauses zusammengeführt werden muss. Im Kern geht es um eine massive Senkung der Ertragssteuern für Unternehmen. Damit verbunden droht ein eklatanter Anstieg des US-Haushaltsdefizits.