BBC-Moderatoren verzichten nach Protest auf Teil ihrer Gehälter

BBC-Moderatoren verzichten auf Gehalt

Nach Protesten gegen die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen beim britischen Rundfunksender BBC wollen sechs männliche Moderatoren auf einen Teil ihrer Gehälter verzichten. Zusätzlich werde der Sender Gespräche mit weiteren Journalisten führen, erklärte eine BBC-Sprecherin am Freitag. Die Moderatoren hatten umgerechnet zwischen 228.000 und 858.000 Euro im Jahr verdient.

Details der neuen Gehälter müssten noch diskutiert werden, fügte die Sprecherin hinzu. Der Sender sei den sechs Journalisten jedoch "sehr dankbar". Auch die britische Regierung begrüßte den Schritt.

Einer der sechs Journalisten, der Radiomoderator John Humprys, sprach für sich von einer "freiwilligen Entscheidung". Dem Sender fehle es aktuell an Geld, und er sei lange "sehr gute bezahlt" worden. Sein Kollege Amol Rajan sagte hingegen im BBC-Radio, solche Einzelentscheidungen regelten nicht das "generelle Problem" der Gehaltsschere zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitern.

Die BBC musste im Juli erstmals in ihrer Geschichte die Jahresgehälter ihrer Topverdiener veröffentlichen. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft legte eine Liste mit 200 Namen von Führungskräften, Moderatoren und Schauspielern vor. Dabei traten große Unterschiede in der Bezahlung zwischen verschiedenen Mitarbeitern sowie zwischen Männern und Frauen auf vergleichbaren Posten zutage. Die BBC-Chefredakteurin für China trat aus Protest gegen das Ungleichgewicht Anfang Januar zurück.