BB-Biotech-Beteiligung Celgene enttäuscht – wie geht es weiter?

Marion Schlegel
1 / 1
Electronic Arts: Abverkauf geht weiter – Analysten setzen die Axt an

So gut das Jahr für Celgene angefangen hat, so schlecht geht es zu Ende. Das Unternehmen muss eine weitere Enttäuschung verkraften. Celgene's Hauptumsatzträger Revlimid scheiterte bei einer Zulassungserweiterung in einer Kombistudie der Phase 3. Revlimid zusammen mit Biogen's Rituxan zeigte keine Verbesserung im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie bei der Behandlung des Follikulären Lymphoms. Der Chief Medical Officer von Celgene, Jay Backstrom kommentierte: „Wir sind weiterhin bestrebt, unsere breite Pipeline an neuartigen Therapien weiterzuentwickeln, um neue Standards in der Behandlung von Lymphom-Patienten zu etablieren.“ Die Aktie von Celgene verlor daraufhin nachbörslich rund vier Prozent.

Bereits im Herbst dieses Jahres sorgte Celgene für eine herbe Enttäuschung, als die Ergebnisse einer Studie im Spätstadium für GED-0301 zur Behandlung von Morbus Crohn nicht überzeugen konnten. In der Folge wurden die Prognosen für das Jahr 2017 und die langfristigen Aussichten gekappt. Celgene erwartet nun für 2020 nur noch Umsätze im Bereich von 19 bis 20 Milliarden nach bislang 21 Milliarden Dollar. Spannend wird es nun bei der nächsten Prognose-Veröffentlichung.

Starke Pipeline

Nun klingt dies alles dramatisch. Doch Celgene verfügt weiter über eine enorm starke Pipeline mit potenziellen Blockbustern. Dazu zählt mit Ozanimod ein Präparat in Phase 3 zur Behandlung von Multipler Sklerose sowie in Phase 2 von Morbus Crohn. Neben weiteren hochinteressanten Projekten wie Luspatercept zur Behandlung des myelodysplastischen Syndroms und dem experimentellen Glioblastom-Medikament Marizomib gilt auch das Partnerprojekt mit Bluebird Bio als besonders aussichtsreich.

Der Jahresstart 2018 könnte für Celgene aber durchaus noch einmal holprig werden. Kann das Unternehmen jedoch mit den Ergebnissen der neuen Blockbuster-Kandidaten punkten, dürfte die Aktie im Jahresverlauf relativ schnell zu alter Stärke zurückkehren können. Zumal im Kursrutsch von rund 30 Prozent bereits enorm viel eingepreist ist. Die Aktie ist mit 12,2 Prozent die größte Beteiligung der Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech.

+++ Neuer großer Biotech-Spezialreport: „Mit voller Kraft voraus – die stärksten Top-Biotechs für 2018“ hier zum Download +++