Bayerns Stadionsprecher leistet sich Patzer

Franziska Wendler
Stephan Lehmann ist seit 1996 Stadionsprecher des FC Bayern

Normalerweise ist Stephan Lehmann ein äußerst umsichtiger Mann. Seit 1996 begleitet der Stadionsprecher des FC Bayern jedes Champions-League-Spiel. In dieser Zeit hat er viele Tore und Triumphe verkündet. Nur selten sind ihm dabei die Emotionen durchgegangen. 

Beim 3:0-Sieg gegen Celtic Glasgow leistete sich der 55-Jährige jedoch einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit. In der 62. Minute erzielte Robert Lewandowski nach einer Flanke von David Alaba das vermeintliche 4:0. Doch der Pole stand im Abseits, Schiedsrichter Sergej Karasev revidierte den Treffer. 

Der Schütze selbst sah sich nicht in irregulärer Stellung. Mit einem Abwinken in Richtung Linienrichter deutete er an, was er von dessen Entscheidung hielt.


Das Problem: Stadionsprecher Lehmann deutete Lewandowskis erhobenen Arm wohl fälschlicherweise als Torjubel. Nachdem die Tormusik abgelaufen war, verkündete er lauthals: "In der 62. Minute das nächste Toooooooooor für den FC Bayern..." 

In diesem Moment hatte Celtic-Keeper Craig Gordon bereits den Freistoß ausgeführt. Irgendwann hielt dann auch Lehmann inne. Das nächste, was er verkündete, war die Zuschauerzahl: diesmal mit etwas kleinlauterer Stimme.

Zu Lehmanns Ehrenrettung sei gesagt: Er war nicht der, der das Geschehen auf dem Feld nicht richtig deutete. Der Mann, der die Anzeigetafel bediente, stellte das Resultat vorschnell auf 4:0 um. 


Es war nicht der erste Lapsus von Bayerns technischer Delegation an diesem Abend. 

Bereits in der sechsten Minute beim vermeintlichen Führungstor von Thiago trällerte die Tormusik eine knappe halbe Minute durch die Arena, ehe die Verantwortlichen realisierten, dass die Unparteiischen längst auf Abstoß entschieden hatten. Der Ball war bei Lewandowski zwar nicht im Aus. Das Tor wurde trotzdem aberkannt.