Bayerns Klasse macht im Pokal-Fight den Unterschied

Robert Lewandowski traf gegen Paderborn zum zwischenzeitlichen 2:0

Bei Minusgraden in Ostwestfalen entledigten sich Arjen Robben, Joshua Kimmich und Arturo Vidal ihrer Trikots.

Nur wenige Augenblicke nach dem souveränen Halbfinaleinzug im DFB-Pokal beim Drittligisten SC Paderborn beglückten die Stars des FC Bayern München die mitgereisten Fans auf der Tribüne.

Und auch wenn das 6:0 (3:0) eine klare Sprache sprach, hatten selbst die großen Bayern zuvor hart arbeiten müssen. (Ergebnisse/Spielplan des DFB-Pokals)

Kimmich: "Riesenkompliment an Paderborn"

"Sie haben brutal mutig gespielt. Ein Riesenkompliment an Paderborn. Sie haben auf diesem Platz versucht, Fußball zu spielen", sagte Nationalspieler Kimmich bei Sky. (Die Stimmen zum Viertelfinale)

Die Tore machten allerdings die Gäste aus München, außer Kimmich (42.) trafen Kingsley Coman (19.), Robert Lewandowski (25.), der eingewechselte Corentin Tolisso (55.) und Robben (86., 88.).

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Der Rekordmeister zog damit zum neunten Mal in Folge ins Halbfinale ein und darf weiter vom zweiten Triple der Vereinsgeschichte träumen - auch wenn Robben davon nichts hören wollte. "Uns fehlt nur noch ein Schritt bis Berlin. Und wir wollen unbedingt das Double", sagte der Niederländer.


Bayern-Trainer Jupp Heynckes ergänzte: "Natürlich sind wir zufrieden. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir haben wunderschöne Tore herausgespielt und abgeschlossen."

Müller angeschlagen ausgewechselt

Die Freude über den Halbfinal-Einzug der Bayern wurde allerdings durch die verletzungsbedingte Auswechslung von Thomas Müller etwas getrübt. Der Nationalspieler prallte beim Führungstor mit SCP-Keeper Michael Ratajczak zusammen und verließ in der 32. Minute angeschlagen das Feld.

"Thomas hat eine Oberschenkelprellung. Wir müssen sehen, wie es sich entwickelt. Ich hoffe, dass er am Samstag wieder dabei ist", sagte Heynckes.

Heynckes geht kein Risiko

Nach der blassen Leistung beim 2:0 in der Bundesliga bei Mainz 05 veränderte der 72-Jährige seine Startelf auf gleich sieben Positionen. Unter anderem kehrten Torjäger Lewandowski, Coman und Robben in die Anfangsformation zurück. "Wir haben uns sehr gut vorbereitet. Paderborn hat für mich Zweitliganiveau. Deshalb wollte ich kein Risiko eingehen", sagte Heynckes, der die Münchner 2012/13 zum ersten Triple der Klubgeschichte geführt hatte, zu seiner Startelf.


Die Bayern kamen zwar in der 3. Minute durch den Kopfball von Lewandowski zur ersten guten Chance. Doch Paderborn trat mutig auf und erzwang durch aggressives Anlaufen auf dem schwer bespielbaren Platz einige Ballverluste des hohen Favoriten. 

Schiri pfeift Paderborner Führung zurück

In der 8. Minute brachte SCP-Verteidiger Sebastian Schonlau den Ball gar im Tor von Sven Ulreich unter, Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) entschied aber auf Abseits. Der Videoschiedsrichter, der erstmals in einem DFB-Pokalspiel zum Einsatz kam, griff nicht ein.

Der 18-malige Pokalsieger aus München ließ sich vom Druck der forschen Paderborner nicht nervös machen. Zunächst prüfte erneut Lewandowski (18.) SCP-Torhüter Michael Ratajczak. Eine Minute darauf war Coman dann mit dem 1:0 zur Stelle, nachdem Robben zunächst verfehlt hatte.

Mit dem 2:0 durch Lewandowski auf Vorlage von Coman war bereits zur Mitte der ersten Halbzeit die Vorentscheidung gefallen. Während Paderborn vor allem durch Standards von Marlon Ritter weiterhin gelegentlich offensiv gefährlich wurde, erhöhte Kimmich nach öffnendem Pass von Mats Hummels noch vor der Pause auf 3:0.

Paderborn vergibt Riesenchancen auf Ehrentor

Der frühere Erstligist aus Paderborn, der erstmals in der Runde der letzten Acht stand, kam ungeachtet des klaren Rückstands mutig aus der Kabine.

Selbst das vierte Gegentor durch den für Weltmeister Thomas Müller eingewechselten Tolisso brach nicht die Moral der Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart, die durch Ben Zolinski den Pfosten traf (56.) und durch Philipp Tietz vor dem leeren Tor den Ehrentreffer verpasste (80.). Kurz vor Schluss traf Robben noch doppelt.