Bayerns Kampfansage: "Jetzt wollen wir das Ding holen"

Martin Volkmar, Johannes Fischer, Stefan Kumberger
Der FC Bayern steht im Halbfinale der Champions League

Das hart erkämpfte 0:0 gegen den FC Sevilla spielte schon kurz danach in den Katakomben der Allianz Arena keine große Rolle mehr.

Stattdessen richtete sich der Blick beim FC Bayern auf das Halbfinale der Champions League, das am Freitag in Nyon ausgelost (ab 13 Uhr im LIVETICKER) und am 24./25. April sowie am 1./2. Mai gespielt wird.

Erklärtes Ziel ist aber das Endspiel am 26. Mai in Kiew.

"Wir sind im Halbfinale. Da gibt es kein anderes Ziel mehr als das Ding zu holen. Das haben wir uns ganz klar auf die Fahne geschrieben ", sagte Mats Hummels.

Und Thomas Müller erklärte: "Klar sind wir gierig. Man merkt, dass man von Runde zu Runde dem Ziel näher kommt. Jetzt wollen wir das auch durchziehen."

Real, Rom oder die Reds

Zuvor heißen die möglichen Gegner Real Madrid, FC Liverpool und AS Rom nach diesem verrückten Viertelfinale mit dem Ausscheiden der Titelfavoriten FC Barcelona, Manchester City und beinahe auch Real.


"Ich finde es auch mal ganz cool, dass es ein Überraschungsteam gibt wie vor einigen Jahren Atletico Madrid, der BVB 2013 oder Monaco und Porto im Finale 2004. Deswegen ist das eine gute Sache, dass zwei Teams es geschafft haben, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat", freute sich Hummels.

Im Gegensatz zu den meisten Teamkollegen hat der Abwehrchef auch einen Wunsch für die Auslosung: "Ich habe schon hunderttausendmal in meiner Karriere gegen Real gespielt. Wenn sie es werden, ist es auch okay. Aber vielleicht wären die anderen beiden Gegner interessanter, weil ich erst einmal gegen Liverpool und noch nie gegen Rom gespielt habe."

Letztes Duell mit Liverpool vor 37 Jahren

Ein Wiedersehen mit Jürgen Klopp an der Anfield Road hätte sicherlich den größten Reiz, zumal es dieses elektrisierende Duell zuletzt vor 37 Jahren (!) gegeben hat. Im April 1981 setzten sich die Reds ebenfalls im Halbfinale knapp gegen die Roten durch (1:1 in München, 0:0 in Liverpool).

Klar für den FCB ging dagegen der letzte Vergleich mit dem AS Rom aus, in der Vorrunde der Champions League 2014/15 demontierten die Münchner nach einem 2:0 zu Hause die Roma im Stadio Olimpico mit 7:1.

Ein Evergreen im Europacup ist das Kräftemessen mit Real Madrid, doch gerade nach dem dramatischen Aus nach Verlängerung im letzten Jahr sind einige Bayern heiß auf Revanche.


Kimmich möchte Revanche gegen Real

"Real hat in den letzten zwei Jahren das Ding geholt. Da ist es klar, dass sie jetzt Topfavorit sind. Trotzdem brauchen wir uns nicht zu verstecken", meinte Joshua Kimmich:

"Wir sind letzte Saison da knapp ausgeschieden. Wenn wir sie bekommen, dann hätte ich gerne eine Revanche. Aber egal wer kommt: Jetzt wollen wir auch ins Finale."

Der Nationalspieler sieht den deutschen Rekordmeister hingegen nicht im Vorteil gegenüber den vermeintlichen Außenseitern Rom und Liverpool.

"Auch ich habe vor den Viertelfinals gedacht, dass Barca und ManCity weiterkommen und habe beide auch zu den Favoriten gezählt. Jetzt sind es andere Mannschaften und die sind zu Recht weitergekommen. Wenn man sieht, dass Rom drei Tore gegen Barcelona aufholt, muss man davor den Hut ziehen", sagte Kimmich.

Heynckes: Champions-League-Sieg wäre Sensation

Jupp Heynckes warnte trotz der guten Ausgangsposition ebenfalls vor Überheblichkeit. "Die drei möglichen Gegner im Semifinale bewegen sich absolut auf Topniveau, deswegen werden die Halbfinal-Spiele sehr schwierig", erklärte der Trainer.

"Meine Spieler haben große Ambitionen, gerade auch in der Champions League etwas zu erreichen. Da braucht man ein bisschen Glück, ein gutes Schiedsrichtergespann und auch eine gute Tagesform. Wir arbeiten daraufhin, aber es gibt so viele Unwägbarkeiten, das kann man nicht voraussagen."


Man habe zwar "eine gute Ausgangsposition", ergänzte der 72-Jährige. Dennoch sei er nach wie vor der Meinung, dass die Wiederholung des Bayern-Triumphs von 2013 in der Königsklasse "eine Sensation wäre".

Hoeneß denkt nur ans Endspiel

Einen Wunschgegner hat Heynckes ebenso wenig wie Uli Hoeneß. "Ich möchte nur ins Endspiel kommen", meinte der Präsident. "Es gibt keinen einzigen Gegner mehr, von dem man sagen könnte, er sei leicht zu schlagen."

So sah es auch der Kapitän. "Keiner hätte gedacht, dass Barcelona einen 4:1-Vorsprung hergibt oder dass Real Madrid nach einem 3:0-Vorsprung in einem Heimspiel noch so in Bedrängnis kommt", sagte Thomas Müller:

"Man sieht daran: Es ist alles möglich. In diesem Licht können wir unser 0:0 gegen Sevilla etwas positiver betrachten. Es wird es ein spannendes Halbfinale, egal welchen Gegner wir bekommen. Wir haben genügend Qualität und auch den nötigen Biss, um ganz weit zu kommen."

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