BayernLB vor 1.000 Tonnen Edelmetallumsatz in Neuausrichtung

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(Bloomberg) -- Die BayernLB steuert 2021 erstmals auf einen Edelmetall-Umsatz von 1.000 Tonnen zu. Nach dem zuletzt starken Wachstum soll der Handel mit Gold und Silber neben Immobilien und der Tochter DKB bei der strategischen Neuausrichtung der Landesbank eine zentrale Rolle spielen. Vergangenes Jahr trug er bereits deutlich zum Konzerngewinn bei.

Laut Hochrechnung dürfte der Edelmetall-Umsatz der BayernLB in diesem Jahr bei 965 Tonnen liegen, davon 881 Tonnen Silber und 81 Tonnen Gold, erklärte Edelmetall-Chef Michael Eubel im Interview mit Bloomberg. Das wären mehr als doppelt so viel wie 2018 und noch einmal etwa 120 Tonnen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2020.

“Der Edelmetallhandel hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Treiber der Gewinne entwickelt”, sagte Eubel. Der Bereich erzielte 2020 ein Ergebnis von 49 Millionen Euro, nach zuvor 13 Millionen Euro. Insgesamt verdiente die BayernLB 195 Millionen Euro vor Steuern im Corona-Krisenjahr. Umbaukosten und Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle belasteten das Ergebnis.

Eubel zufolge dürfte das Edelmetall-Ergebnis im laufenden Jahr trotz höherer Umsätze ein ähnliches Niveau erreichen wie in 2020, was Herausforderungen für die BayernLB deutlich macht. Angesichts steigender Kosten, etwa für die Logistik, geht es bei den Margen leicht nach unten.

Im Zuge der Neuausrichtung fährt die Bank derzeit das Kapitalmarktgeschäft zurück und setzt stärker auf das gewerbliche Immobiliengeschäft und auf ihre Direktbank-Tochter DKB. Im Geschäftsbericht 2020 wird darüber hinaus das Edelmetallgeschäft explizit als drittes Geschäftsfeld genannt, um “zusätzliche Ertragspotenziale zu realisieren”.

Auch andere Landesbanken sind im Edelmetallgeschäft aktiv. So hat etwa die LBBW im vergangenen Jahr rund 150 Tonnen Gold und Silber gehandelt. Die Helaba wollte zwar keine Zahlen nennen, erklärte jedoch, sie arbeite in dem Bereich mit rund 200 deutschen Sparkassen zusammen.

Die BayernLB, die das Edelmetallgeschäft von Nürnberg aus betreibt, beliefert laut Eubel ebenfalls etwa die Hälfte aller deutschen Sparkassen. Hinzu kommen noch private und genossenschaftliche Banken sowie die Privatwirtschaft. Die 55 Mitarbeiter, darunter 7 Händler, bearbeiten täglich 2.500 Aufträge. Eubel hat Liefervereinbarungen mit sieben der weltweit zehn größten Scheideanstalten sowie allen führenden Münzprägestätten.

Verwahrentgelte als Treiber

Ursprüngliche Treiber des Edelmetallgeschäfts waren die Finanzkrise von 2008 und die europäische Schuldenkrise, die besonders Privatleute nach Alternativen zu Bargeld suchen ließ, sagte Eubel. Schub brachte auch die Pandemie. Im März 2020 vervierfachte sich der Edelmetall-Umsatz bei der BayernLB binnen vier Wochen auf 1 Milliarde Euro pro Monat.

Ebenfalls eine Rolle spielen Eubel zufolge die Negativzinsen, die von immer mehr Banken auf hohe Konto-Guthaben erhoben werden. Anlagen in Gold und Silber können Alternativen sein. Selbst die eigene DKB, die über vier Millionen Kunden hat, experimentiert seit kurzem mit solchen Verwahrentgelten.

Die Gewinne im Edelmetallgeschäft der Landesbank stammen ausschließlich aus der Differenz zwischen Einkauf und Weiterverkauf. Bewertungseffekte spielen keine Rolle, da sich die Landesbank gegen Marktpreisschwankungen absichert. “Die BayernLB zockt nicht”, sagte Eubel. “Wir haben keine eigenen Edelmetall-Bestände außer die, die wir für das Kundengeschäft brauchen.“

(Neu: Gold- und Silberprognosen im 2. Absatz)

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©2021 Bloomberg L.P.

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