BayernLB nimmt mit Asset Manager die 100-Mrd.-Euro-Marke

Stephan Kahl
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Die Bayern Invest, der Asset Manager der BayernLB, dürfte im vergangenen Jahr die Marke von 100 Milliarden Euro beim verwalteten Vermögen übersprungen haben. Mit Zuwachsraten von rund 30% waren besonders Publikumsfonds in 2020 gut gelaufen, wie der neue Investmentchef Daniel Kerbach im Bloomberg-Interview sagte. Beim Gewinn hinkt die Bayern Invest indes anderen Geschäftsbereichen der Landesbank hinterher.

Zwar stehen die Zahlen zum Jahresende 2020 noch nicht fest, doch Kerbach zufolge lag das verwaltete Vermögen “wahrscheinlich” bei mehr 100 Milliarden Euro, verglichen mit gut 91 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Die Netto-Zuflüsse hätten sich in den ersten elf Monaten auf etwa 2 Milliarden Euro belaufen.

Nach dem Wachstum bei Publikumsfonds des traditionell auf institutionelle Investoren ausgerichteten Asset Managers sieht Kerbach hier weiteres Potenzial. „Auch in Zukunft wollen wir mit Publikumsfonds, die im Retailgeschäft unter anderem über die DKB vertrieben werden, jährlich im zweistelligen Prozentbereich wachsen”, erklärte er. “Dabei hilft uns auch, dass klassische Anlagen wie Sparbuch oder Festgeld kaum noch Erträge abwerfen.“

Die DKB ist ebenfalls eine BayernLB-Tochter und zählt im Privatkundengeschäft zu den größten Online-Banken in Deutschland. Sie gilt im Konzern als Ertragsperle. Im Jahr 2019 erwirtschaftete sie einen Vorsteuergewinn von 296 Millionen Euro, verglichen mit 8 Millionen Euro bei der Bayern Invest. Die Zahlen für 2020 will die BayernLB Ende März veröffentlichen.

Kerbach verweist auf neue Produkte, die stark gefragt seien. „Im vergangenen Jahr hatten wir den nachhaltigen ESG High Yield Euro-Publikumsfonds aufgelegt, mit dem wir innerhalb von sechs Wochen über 50 Millionen Euro einsammeln konnten”, sagte er. Für dieses Jahr seien weitere Fonds-Angebote geplant, die sich auch an private Anleger richten würden. „Die Deutschen sind zwar kein Volk der Aktionäre, doch die Risikoneigung wächst”, erklärte Kerbach.

Gute Erträge erwartet Kerbach bei Aktien und Anleihen aus Schwellenländern. Auch der Dax mit seinen exportorientierten Unternehmen biete Chancen. „Grundsätzlich sind wir mit unserer Asset-Allokation leicht offensiv ausgerichtet. Aktien haben wir leicht bis mittel übergewichtet”, sagte er.

Von Anlagen in Bitcoins, die zuletzt stark an Wert gewonnen hatten, rät er derweil ab. “Das sind meiner Meinung nach spekulative Geschäfte mit einer hohen Volatilität”, meinte Kerbach. Allerdings könne man mit Technologie-Investments auf die zugrunde liegende Technologie Bitcoin setzen.

Im Vergleich der Asset Manager großer Landesbanken liegt die Bayern Invest mit ihren rund 100 Milliarden Euro im Mittelfeld. Die Landesbank Baden-Württemberg kam zuletzt mit der LBBW Asset Management auf ein verwaltetes Vermögen von 80 Milliarden Euro, während es die Landesbank Hessen-Thüringen mit der Helaba Invest auf 160 Milliarden Euro brachte.

„Der Asset-Manager-Markt ist groß und bietet Platz für viele Mitspieler”, sagte Kerbach. Im Sparkassensektor, zu dem die Landesbanken gehören, gab es angesichts von vielen Doppel-Strukturen zuletzt Diskussionen über eine engere Zusammenarbeit und Fusionen.

Begrenzte Einstellungen

Im Asset-Management der Bayern Invest sind derzeit rund 35 Portfoliomanager beschäftigt. „Weitere Einstellungen werden wir trotz unserer Wachstumsziele nur sehr selektiv vornehmen. Das liegt auch daran, dass wir bei unserer Arbeit noch stärker auf Digitalisierung und Technologie setzen”, sagte Kerbach.

Er selbst hatte seinen Posten bei der Bayern Invest im Dezember übernommen. Zuvor war er unter anderem bei Merck Finck Privatbankiers als Investment-Chef sowie bei Bank Julius Bär in Zürich als Deputy CIO und Leiter der Vermögensverwaltung tätig gewesen.

„Ich hatte mich aktiv entschieden, Merck Finck zu verlassen. Ich wollte gerne bei einem wachstumsstarken Investor arbeiten. Das reizt mich an der Bayern Invest”, sagte Kerbach. Merck Finck aus München, die zur Quintet Private Bank SA gehört, wurde zuletzt mit Schwesterfirmen aus anderen Ländern fusioniert.

(Ergänzt um Personalstrategie im drittletzten Absatz)

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