Bayern legt vor: "Die Freude in der Kabine war riesig"

Im ausverkauften Bremer Weser-Stadion war alles für eine große sowie grün-weiße Klassenerhalt-Party angerichtet, doch der Rekordmeister spielte da nicht mit.

Denn der FC Bayern (65) bezwang die Hausherren mit 2:1 (0:0) und festigte so seine Tabellenführung vor Borussia Dortmund (61), das am Sonntag auf den VfL Wolfsburg (Sonntag, ab 17.30 im LIVETICKER) trifft.

Mit einem Dreier gegen die Münchner und somit 38 Zählern hätten die Grün-Weißen je zehn Punkte Vorsprung auf den VfB Stuttgart (28), der auf dem Relegationsplatz steht, sowie auf den VfL Bochum (28), den Tabellenvorletzten, die in den drei ausstehenden Bundesliga-Partien maximal nur noch neun Zähler einfahren könnten, gehabt, doch daraus wurde trotz einiger, guter Torchancen nichts.

Die Bayern waren die spielbestimmende Mannschaft, konnten aber trotz zahlreicher Ecken und Standards ihre Dominanz nicht in Tore ummünzen, ehe ausgerechnet der Ex-Bremer Serge Gnabry in der 62. Minute das erlösende 1:0 markierte.

Kurz danach stellte Leroy Sané auf 2:0 – die Vorentscheidung. Niklas Schmidts Anschlusstor, ein wunderschöner Fernschuss aus gut 20 Metern in den rechten Winkel, in der 87. Minute kam für die Truppe von Ole Werner zu spät. „Die Freude in der Kabine war riesig“, sagte ein erleichterter Gnabry bei Sky. „Wir haben unseren Job erledigt, auch wenn klar ist, dass wir in den letzten Spielen immer unter Druck stehen.“

FCB-Coach Thomas Tuchel tobte während den ersten 60 Minuten immer wieder an der Seitenline, wird aber letztendlich nach dem wichtigen Arbeitssieg nun tief durchatmen. Bayern hat im Fernduell vorgelegt – und Dortmund muss nachlegen.

Tuchel ging nach Spielende auf die Unsicherheiten und Probleme seines Teams kaum ein. „Wir sind auf einem guten Weg, die Mannschaft fühlt auch, dass wieder mehr Stabilität besteht. Es geht zurzeit nur noch um Vertrauen und Zuspruch. Wir müssen es über die Ziellinie bringen.“

Werder dagegen rutscht mit 35 Zählern immer tiefer in den Tabellenkeller der Bundesliga und hat als Tabellen-12. nur noch sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Wir müssen jetzt nicht mit gesenktem Kopf durch die Gegend laufen. Wir waren als Mannschaft sichtbar. Um einen Punkt mitzunehmen, hätten wir bei unseren guten Situationen mehr Effektivität zeigen müssen. Einigen merkt man die lange und anstrengende Saison ein bisschen an“, erklärte Bremens Coach Ole Werner.

Bayern vor dem Tor in Bremen zu harmlos

Die Münchner dominierten die erste halbe Stunde fast nach Belieben. Mit schnellen Ballstafetten und geschickten Positionswechseln drückten die Gäste Werder tief in die eigene Hälfte, grün-weiße Entlastung war in dieser Phase kaum möglich.

Doch sobald der Titelverteidiger in den Strafraum eindringen wollte, gab es Probleme. Die 42.100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion bejubelten jeden gewonnenen Zweikampf und jedes erfolgreiche Tackling der Bremer, die erneut auf Torjäger Niclas Füllkrug (Wadenprobleme) verzichten mussten.

Und so dauerte es 20 Minuten, ehe das Tor der Platzherren erstmals ernsthaft in Gefahr geriet. Eine Hereingabe von Bayern-Kapitän Joshua Kimmich verlängerte Benjamin Pavard mit dem Kopf, doch Werder-Torhüter Jiri Pavlenka war reaktionsschnell zur Stelle.

Erst in der 29. Minute musste sein Gegenüber Yann Sommer bei einem allerdings ungefährlichen Fernschuss von Leonardo Bittencourt eingreifen. Doch dieser erste zarte Versuch schien die Norddeutschen zu beflügeln: Nach einem Alleingang verzog Bremens Mittelfeldspieler Christian Groß nur knapp (32.)

Nach Einwechslung von Sané und Müller läufts beim FCB besser

Tuchel quittierte diese Szene mit einem verärgerten Abwinken. Der Bayern-Coach hatte zunächst die beiden Nationalspieler Sané und Thomas Müller auf der Bank gelassen. Werder-Trainer Ole Werner hingegen klatschte seiner Truppe auf dem Weg zur Halbzeitpause demonstrativ Beifall.

Nach dem Seitenwechsel konnten die Gäste den Druck aufrecht erhalten, doch anders als vor dem Seitenwechsel gelang Bremen immer wieder zaghafte Entlastungsangriffe. Pech für die Gastgeber, dass der bis dahin beste Bremer Abwehrspieler Amos Pieper in der 55. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste.

Tuchel reagierte mit zwei Wechseln in der 65. Minute auf die Führung für sein Team und schickte nun Sané und Müller auf den Platz. Und wurde belohnt. Sané sorgte sieben Minuten später mit seinem Tor für die endgültige Entscheidung.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)